Warum so ein Titel für unseren ersten Tag in Barcelona, fragt ihr euch? Nun, es war Tag voller fast-Momente. Fast hätten wir unseren Flug verpasst, fast hätten wir unser Hostel nicht gefunden, fast hätte ich mein Ginger Ale nicht bekommen, doch leider hat Bayern dann doch nicht fast gegen Madrid verloren. So viel zusammenfassend zum Tagesgeschehen. Ich fange einfach mal an, ein wenig zu erzählen, doch da es schon recht spät ist, wir eine kurze Nacht hinter uns haben und die letzten 18 Stunden nicht unanstrengend waren, komme ich vielleicht nicht so weit.
Mein Wecker hat heute Morgen einfach mal seinen Dienst verweigert,
so dass mich Karo ziemlich verwundert um 7:23 Uhr weckte – 20 Minuten bevor wir losgehen wollten. Nun gut, das Duschen ließ sich verschieben, doch die Brötchen mussten geschmiert werden. Dass wir dadurch eine Bahn später nehmen mussten, war durchaus noch ihm Rahmen, denn früher wären wir nicht angekommen, hätten nur unterwegs ein Notfallpolster gehabt. Noch am Flughafen angekommen, sah unser Zeitplan nicht gefährdet aus. Erst der Blick auf die Übersichtstafel ließ uns pansich werden. Bzw. mich, denn irgendwie bewahrt Karo selbst dann noch einen ruhigen Kopf, wenn man noch nicht mal sein Gepäck aufgegeben hat und einem klar wird, dass für den eigenen Flur das Boarding bereits begonnen hat. Doch um es kurz zu machen: Der Flughafen ist genau auf Pappenheimer wie uns vorbereitet und bietet die eine oder andere Abkürzung an. So haben wir es dann noch geschafft und waren nicht mal die Letzten.
Nach einem ereignislosen Flug und einer unspektakulären Zugfahrt kamen wir dann in der Carrer Girona an, die Karo als Ziel unserer Reise herausgefunden
hatte. Die angegebene Adresse sah jedoch nun so gar nicht nach einem Hostel aus. Was nun? Ein Blick in die Buchungsbestätigung verriet, dass die Unterkunft etwa einen km nordwestlicher liegen müsste. Nicht weiter schlimm, noch waren wir frisch. Als aber auch nach dem dritten Klingeln keiner öffnete, begann die nächste Unruhe zu wachsen. Auch die genannte Telefunnummer funktionierte nicht. Zum Glück gab es noch eine zweite Nummer, unter der die immer noch wahnsinnig bewunderswert ruhige Karo unsere Gastwirtin Ana erreichte. Offenbar war die erste Adresse doch die richtig, nur würde es der Vermieter untersagen, draußen ein großes Schild anzubringen. Doch das Hostel ist sehr nett. Hat nur vier Zimmer, von denen die anderen drei bis zu zehn oder zwölf Personen beherrbergen können, unseres allerdings nur ein kleines Zimmerchen mit Doppelstockbett. Da es kein Fenster zur Straße hin hat, ist es relativ ruhig (sobald die lärmenden Flurbewohner aufhören zu stören, was soeben passiert ist).
Den restlichen Nachmittag haben wir damit verbracht, erste Erkundungstouren zu starten und sind hauptsächlich La Rambla entlanggelaufen, einer knapp
1,5km langen Promenade im Zentrum Barcelonas, die an einem Tag wie dem heutigen ganz besonders überfüllt ist. Was den heutigen Tag so besonders macht? Ihr kennt den 23.04. vielleicht als Tag des Buches, hier wird Sant Jordi gefeiert. Das sieht so aus, dass traditionell alle Frauen eine Blume und alle Männer ein Buch erhalten. Entsprechend finden sich in der ganzen Stadt alle zehn Meter ein Blumenstand, alle 50 Meter ein Bücherstand und auf La Rambla alles dicht an dicht wieder. Nachdem wir uns das Ganze eine Weile angeschaut hatten, zog es uns weiter Richtung Meer und dort die Strandpromenade entlang.
Nun zum Abend: Nachdem wir nach einigem Suchen eine Tapas Bar gefunden hatten, die das Champions League Spiel Bayern gegen Real zeigt, konnten wir
uns endlich den Bauch vollschlagen und die Beine ausruhen. Zwar war das Essen lecker und preislich in Ordnung, doch die Bedienung ließ zu wünschen übrig. Ich musste zweimal nachfragen, bis ich mein bestelltes Ginger Ale erhielt und gedauert hat es auch. Von der Rechnung ganz zu schweigen. Überraschenderweise waren wir nicht die einzigen, die für die Bayern applaudierten. Doch obwohl unsere Jungs ein wirklich gutes Spiel gezeigt haben, reichte es doch nicht zum Sieg.

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