Wasserfall

Unser letzter vollständiger Tag führte uns mit den Taxi nach Montezuma. Da Denise‘ und Chris‘ Auto gerade in der Werkstatt ist, mussten wir ausweichen, was aber auch gar nicht so schlimm ist, denn der Toyota, mit dem wir fuhren, war hochmodern und bequem, mehr Sitze als im anderen Jeep, mit Anschnallgurten und vor allem legte der Fahrer einen viel entspannteren Fahrstil an den Tag. So brauchten wir zwar fast doppelt so lang, aber das war uns allen nur recht. Der Fahrer war ein 12jähriger Einheimischer, der eine wahnsinnige Ruhe und Souveränität ausstrahlte. Okay, er war 20, aber wirkte auf der einen Seite sehr sehr jung, auf der anderen Seite aber auch sehr erfahren und freundlich. Vor allem kam er eine halbe Stunde zu früh, um uns abzuholen, was etwa eine Stunde früher ist, als der klassische Costa Rica auftauchen würde.

In Montezuma unternahmen wir eine kleine Wanderung zu einem sehr beliebten Touristenziel: einem Wasserfall. Wobei es vermutlich auch recht viele Anwohner waren, die wir dort trafen. Jedenfalls waren es für Costa Rica Verhältnisse ziemlich viele Menschen, wo man hier in Manzanillo eher nur vereinzelt auf andere Leute stößt. Der Weg zum Wasserfall war etwas beschwerlich, weil a) heiß (trotz Schatten) und b) keine richtigen Wege vorhanden sind, nur Trampelpfade über Wurzeln und Geröll, c) teilweise recht steil, an einigen Stellen mit Seilen zum Festhalten ausgestattet. Aber obwohl die Wanderung beschwerlich war, war sie wunderschön. Was die Natur da zu bieten hat, ist schon echt ein Traum. Da keiner von uns wirklich geeignete Schuhe hatte – denn Sandalen oder Flipflopps waren zu locker für den Untergrund und alle festen Schuhe wären zu warm gewesen – bestritten wir alle den Weg barfuß. Was erstaunlich gut funktionierte. Wieder in der Stadt angekommen, setzten wir uns noch eine Weile in ein Restaurant, aßen uns tranken und schlenderten durch die lokalen Geschäfte. Unser Taxifahrer hatte die dreieinhalb Stunden, die wir vor Ort waren, auf uns gewartet und so fuhren wir dann wieder mit ihm zurück nach Manzanillo.

Dort gingen Denise und ich noch eine Runde schwimmen, denn im Gegensatz zu meinen Mitstreitern fühlte ich mich nicht so wohl damit, in Montezuma und Wasser zu gehen – zu viele Menschen. Dann eine kurze Pause in unserer und zum Abschluss unseres gemeinsamen Urlaubs machten wir noch ein Lagerfeuer am Strand, mit anschließender Feuerzeremonie, um sich von Dingen zu trennen, die wir loslassen wollen, und Dinge zu manifestieren, die wir uns wünschen.



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