Ich bin gut auf der Insel angekommen, also auf der anderen. Da ich vor einem Jahr so eine atemberaubend schöne Fahrt nach Tejada hatte, dachte ich mir, könnte ich das heute ja wiederholen. So richtig gern wollte ich nicht allein mit meinen Gedanken sein und daher war das doch eine willkommene Abwechslung. Im Gegenteil zur letzten Fahrt war dieses Mal der Roque Nublo tatsächlich, wie sein Name verrät, in den Wolken (Nube heißt Wolke, nublado so viel wie wolkig, irgendwie hängt da auch das Wort Nublo mit drin). Das heißt, dass ich einen nicht geringen Teil der Fahrt komplett eingenebelt war. Also nicht dramatisch schlimm, ich konnte immer noch genug Straße sehen, um mich sicher zu fühlen, und die drängenden Autofahrer ignorierte ich einfach. Doch trotz der eingeschränkten Sicht genoss ich die Fahrt wieder sehr, denn dieser Anblick war einfach ein ganz anderer und ebenso besonderer, und zwischendurch ließ sich auch mal die Sonne blicken. In Tejada kaufte ich eine große Schachtel der Gofio-Kekse, die ich letztes Jahr so gefeiert hatte, und setzte mich in ein Restaurant, wo ich ein allerletztes Mal Calamares bestellte. Einmal wollte ich unbedingt noch, bevor ich dieses Kapitel hinter mir lasse. Seit ich gestern den Tintenfisch gestreichelt hatte, fühlte es sich auf einmal falsch an, welchen zu essen. Ich aß daher mit großem Bewusstsein und ebenso großer Dankbarkeit. Fortan mögen aber keine mehr wegen mir sterben müssen. Danach fuhr ich auf der anderen Seite des Berges wieder hinab bis zu meiner Unterkunft in Telde, von wo aus ich morgen früh wieder zum Flughafen fahren werde. Belohnt wurde meine Fahrt mit einem ganz zauberhaften Regenbogen. Selten habe ich einen so intensiven mit so vielen Farben gesehen. Bereits unterwegs fuhr ich immer mal wieder an einem vorbei und hatte das Gefühl, den Anfang des Phänomens im Tal entdecken und somit die volle Pracht in Augenschein nehmen zu können. Somit war die Fahrt komplett anders als damals und trotzdem schön.








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