Unverhoffter Regentag

Heute war es dann also soweit, die erste Wanderung stand uns bevor. Karo hatte sich eine spannende Route rausgesucht, die uns rund sieben Stunden beschäftigen sollte. Ausgangspunkt war Bastia, kurz hinter dem Centre Commercial. Schon auf dem Weg dahin fiel uns auf, dass wir den größten Teil der Verpflegung vergessen hatten. Aber nicht weiter schlimm, wir wollten eh noch Wasser kaufen, warum nicht noch etwas zu essen. Und wenn man schon einmal da ist, könnte man ja gleich noch ein Regencape oder ähnlichen mitnehmen – so für Notfall. Essen gab es, Cape leider nicht. Macht nichts, muss auch so gehen, wird schon nicht regnen, so morgens wie jetzt die Sonne schien.

Also los ging es, den Berg hinauf, um von dort aus den Ausblick über die Region bewundern zu können. Okay, dass das etwas zu optimistisch geplant war, stellten wir relativ schnell fest, da die Steigung ziemlich massiv war. Aber hey, einfach so weit laufen, wie wir können, und von da aus ins Tal schauen, lohnt sich bestimmt auch. Wahnsinnig weit kamen wir dann aber trotzdem nicht, da es nicht einfach nur anfing zu regnen, sondern richtig zu gewittern. Da wir das Beste hofften, saßen und warteten wir zusammengekauert unter Karos Regenschirm und beobachteten teils fasziniert, teils beunruhigt das Gewitter. Da es aber beim Hoffen blieb, machten wir uns enttäuscht nach etwa einer halben Stunde auf den Rückweg.

Unten in Bastia angekommen, suchten wir in einem kleinen Restaurant am Hafen Unterschlupf, um einem großen Regenschauer auszuweichen. Überraschenderweise – denn von außen sah es nicht danach aus – gab es dort richtig schmackhaftes Essen. So konnten wir uns also aufwärmen und wieder zu Kräften kommen, nicht dass wir zu viele verbraucht hatten. Anschließend liefen wir zurück zum Hotel, packen unsere Siebensachen um und entschieden uns für ein neues Ziel: das acht Kilometer nördlich liegende Dorf Berlunga.

Mit dem Bus waren wir in zwanzig Minuten da, liefen einmal die Küstenseite ab und campierten am Wasser, wo Karo ihren Maupassant zu Ende las und ich die tierischen Küstenbewohner erkundete. Krebse und Flachwasserfische und ähnliches Getier. Ich fand sogar ein paar schicke Schneckenhäuser, nahm sie mit und musste dann feststellen, dass sie gar nicht so leer waren, wie ich dachte (siehe Video, das noch folgt). Insgesamt wirkte das Dorf etwas öde und verlassen. Dann jedoch schauten wir uns auch die andere Straßenseite an und entdeckten eine richtig nette Feriensiedlung, mit Tennisplätzen und kleinen Sportgeräten im Wald. So als Familienziel bestimmt total angenehm.

Wieder zurück in Bastia gönnten wir uns ein bisschen Ruhe, bis wir uns abends noch einmal nach draußen begaben, um uns bei einem Spaziergang durch unser Viertel etwas Hunger anliefen und dann in ein angenehmes, kleines Restaurant auf dem Platz setzten, wo wir am Abend zuvor schon auf den Einbruch der Dunkelheit warteten. Dort aßen wir uns durch eine äußerst leckere Tapaplatte, die so gut und vor allem groß war, dass wir hinterher nach Hause rollten.



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