Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl zu sagen, so, ich mache mich jetzt auf den Weg nach Göteborg und verbringe dort den Rest des Jahres, bis ich dann Anfang 2023 wieder zurück nach Berlin komme. Das klingt so… lang. Tatsächlich sind es aber nur sieben Tage in Skandinavien. Aber einfach mal alle Ängste und alle Sorgen zu Hause zu lassen und sich damit erst nächstes Jahr zu befassen, ist ein ziemlich voller Gedanke.
Noch sitze ich aber am Flughafen. Bis hier hin hat alles problemlos geklappt. Mit dem Bus zum Flughafen, hier Gepäckabgabe und ein bisschen durch die Gegend laufen. Einzug, was mir hier und jetzt die Laune etwas verdirbt, ist dass ich das Buch nicht mehr finden kann, dass ich aktuell lese. Zuletzt hatte ich „Kurt“ von Sarah Kuttner im November bewusst in der Hand, als ich in Amsterdam war. Seitdem… keine Ahnung. Leider fiel mir das erst heute auf und hier am Flughafen im Buchhandel gibt es das leider nicht. Aber jetzt auf gut Glück irgend ein Buch kaufen, war mir auch nichts. Irgendwo in meinem Gepäck müsste aber noch Jorge Bucays „Was Märchen über dich erzählen“ stecken. Und Picassos Tierbiografie habe ich auch dabei. Und Hörbuch. Und Podcast. Und Serien. Und Filme. Schon ironisch, dass ich ausgerechnet jetzt dieses eine Buch lesen will.

In 20 Minuten beginnt mein Boarding. Bis dahin genieße ich die letzten paar Sonnenstrahlen.
Es ist irgendwie auch seltsam, mir immer wieder vor Augen führen zu müssen, dass grad Weihnachten ist. Normalerweise würde ich jetzt gerade mit überfülltem Magen bei der Familie auf der Couch sitzen. Vielleicht wäre grad der Verdauungsspaziergang vorbei und auf dem Tisch stünden Kaffee und Kuchen und Plätzchen. Aber dieses Jahr war nur der Heilige Abend ein klassischer Weihnachtsfesttag. Ein sehr schöner. Aber war er vielleicht so schön, weil es nur der eine Tag war und nicht auf drei Tage aufgeteilt? Bitte versteht mich nicht falsch, ich bin immer gern bei der Familie und genieße auch die Zeit. Aber hinterher bin ich meist erschöpft und brauche erst einmal eine Weile meine Ruhe. Aber da sich alles auf den Heiligen Abend konzentriert hat, stehe ich nun hier voller Elan am Flughafen und freue mich auf die nächsten Tage, aber auch auf die nächsten Familientreffen. Meiner Meinung nach könnte man die Feiertage ein bisschen einschrumpfen. Aber ich habe schließlich auch den Luxus, dass wirklich alle am Heiligen Abend zusammen kommen und ich nicht noch bin Familienteil zu Familienteil reisen muss, um alle zu sehen. Naja, abgesehen davon, dass ich nun nach Göteborg muss, um auch die letzte zu Gesicht zu bekommen, die dieses Jahr auswärts verbringt… Aber dieses Reise nehme ich gern auf mich und ich freue mich auf die kommenden Tage.

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