Heute haben wir die Insel erkundet, einmal quer durchs Land. In einer geführten Tour zeigte uns Guide Malcom die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Nun muss man noch dazu sagen, dass Malcolm eigentlich Schauspieler ist und es die wichtigsten Sehenswürdigkeiten für Fans der Serie Game of Thrones waren. Also für uns perfekt zugeschnitten.
Mit dem Roller fuhren wir nach dem Frühstück nach Floriana, kurz vor dem Tor nach Valletta, am Independence Monument, wurden wir eingesammelt. Per Bus ging es dann zu den Schauplätzen, an denen seit 2010 viele der Szenen der Serie gefilmt wurden. Erster Stopp: der Sankt Anton Park. Der 400 Jahre alte Garten diente unter anderem Queen Elizabeth als Residenz. Dort leben Karten, Schwäne, Enten, Schildkröten und Pfauen friedlich Seite an Seite. Wenn ihr beim ersten Bild ganz genau hinschaut, könnt ihr vielleicht die Pfauenküken sehen. In dem Park wurden unter anderem Szenen mit Arya und Sansa gedreht, wie sie gemeinsam flanieren und reden. Auch ein Teil der Szene, in der Arya Katzen jagt, wurde dort aufgezeichnet.






Der nächste Halt war in Rabat, wo wir uns die Kirche des Sankt Dominicus anschauten. Malcom ging bei seinen Erläuterungen freundlicherweise nicht nur auf Game of Thrones ein, sondern berichtete auch von anderen Produktionen an den jeweiligen Orten. Besonders sympathisch waren jedoch seine Hinweise zu den diversen Fehlern, die in der Serie gemacht wurden – er als Komparse in unterschiedlichen Rollen hat so einiges zu erzählen. Mal ist hier eine Plakette im Hintergrund zu sehen, mal dort eine elektrische Lampe, auch Fahnenstangen kommen vor. Für alle, die die Serie nicht kennen: Sie spielt quasi im Mittelalter (bzw in einer Fantasiewelt im Mittelalter), so dass diese neumodischen Erfindungen ein absolutes No-No sind, wie Malcom immer so schön sagte. All diese Fehler stammen allerdings noch aus Staffel eins, als HBO mit einem minimalen Budget auskommen musste. Inzwischen werden solche Fehler einfach mit CGI ausgebessert.


Unweit von Rabat liegt Mdina, die ehemalige Hauptstadt Maltas, wo wir danach anhielten. Wir erfuhren natürlich auch Details über die Stadt, nicht nur über die Dreharbeiten. Auch für nicht-Fans war diese Tour absolut sehenswert. Mdina diente der Serie hauptsächlich als Drehort für Kings Landing. Ich hoffe, Karo noch überreden zu können, einen Gastbeitrag zu schreiben. Die merkt sich immer viel besser, was da alles so erzählt wird. Auf jeden Fall eine sehr, sehr schöne Stadt. Wenn man durch die vielen schmalen Gassen läuft, hat man irgendwie das Bedürfnis, ganz ruhig und andächtig zu gehen und keinen Lärm zu machen. So als betrete man eine Kirche.




Diesen tollen Blick hat man vom oberen Teil der Stadt auf rund 60% des Landes und rund 90% des bevölkerten Landes. Einfach atemberaubend. Am dieser Stelle saßen wir zum Mittag.

Der letzte Teil der Game of Thrones Führung fand im Niemandsland statt. Perfektes Brachland für das Filmen der Szenen der Dothraki, einem eher brutalen Wüstenvolk. Ja, Wüste, ganz recht. Aber auf den Bildern ist doch Wasser zu sehen! Ganz richtig! Die Crew hat einfach das Meer und den Himmel als Bluescreen genutzt und dahin Sand und Berge projiziert. Unfassbar!


Und hier ist Daenerys angezündet worden – die Geburt der Drachen. Fun fact: Die Drachen kommen aus Deutschland. Genauer gesagt von einer CGI Expertin aus München.



Zum Abschluss der Tour machten wir noch einen kleinen Abstecher zum Popeye village. Dort wurde der erste Kinofilm mit Robin Williams (als Popeye) gedreht und auf seinen Wunsch hin die Kulissen stehen gelassen.

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