Vom Zoo aus fuhr ich mit dem Auto nun endlich nach Athen rein. Erneut über die Mautstelle, wie auch schon auf dem Weg vom Flughafen zur ersten Unterkunft. Schon verrückt, wie mich solche Situationen immer total panisch machen, aber das ist eigentlich total intuitiv. Beim zweiten Mal lief es schon total routiniert. In Athen selbst Auto zu fahren, macht er nicht so wahnsinnig viel Spaß. Es ist ähnlich voll wie in Berlin, nur gibt es kaum Fahrbahnmarkierungen und man fährt eh, wie man will. Entsprechend lang hat es auch gedauert, bis ich bei der Unterkunft war, was aber nicht schlimm ist, denn ich hatte ja keine weiteren Termine. Die Unterkunft wäre mir für einen längeren Zeitraum nichts, weil sie sehr unangenehm müffelt und direkt an der Tram liegt. Dagegen ist meine Wohnung in Berlin leise. Aber es sind ja nur zwei Tage und dafür reicht es absolut aus. Es ist sauber und genug Platz und die Fenster lassen sich perfekt abdunkeln. Mehr braucht es ja nicht. Wobei Ruhe auch schön wäre. Aber nein, ich will nicht meckern. Es ist wirklich absolut in Ordnung.
Nach einer Verschnaufpause lief ich zur Metro, holte mir ein 5-Tage-Ticket (es war nicht so teuer, daher lohnt es sich, bilde ich mir ein) und fuhr zur Akropolis. Dort spazierte ich schön durch die Gässchen rund um den Hügel und setzte mich, was ich ja sonst wirklich äußert selten tue, in ein Restaurant, eine Taverne, direkt an der Römischen Agora mit Blick auf Akropolis. Der Kellner hatte mich sofort als Deutsche identifiziert (was mir ja schon fast peinlich war) und erzählte mir gleich davon, dass er letzten Monat erst in Berlin war, weil dort sein Team gegen Alba gespielt habe. Wie auch oft Kreta gibt es hier unzählige viele Katzen. Ich habe euch aber nur mal die allerschönste fotografiert.











Anschließend lief ich ganz ohne Plan einfach los. Erst wollte ich die Gässchen weiter erforschen, dann fiel mir aber auf, dass ich in Plaka war, dem Viertel östlich der Akropolis und ich extra eine Stadtführung gebucht habe und mir in Ruhe eh noch alles anschauen werde. Daher spazierte ich einfach einmal um den Hügel herum und dann zum Tempel von Kronos und Rhea – während ich grad Dank Stephen Fry die Geschichte von Kronos und Rhea erfuhr. (Nachtrag, es ist der Tempel des Zeugs, der gebaut wird – aber der Tempel des Kronos müsste auch in der Nähe sein, auch wenn es laut Tour Guide gar keinen solchen Tempel gibt, da Kronos ein Titan war, kein Gott – Google Maps sieht das aber anders.) Tatsächlich reiner Zufall. Fotos habe ich davon nicht, weil das Ganze grad durch ein Baugerüst umstellt wird. Weil es doch ganz schön warm und sonnig ist, suchte ich im Zappeion Garten danach etwas Abkühlung. Und von da aus lief ich noch bis zur Metro, fuhr wieder nach Hause und nun liege ich im Bett und bin alle. Das darf man aber nach 15707 Schritten schon mal sein. Wobei hier auch die Schritte am Flughafen heute noch dazu zählen… Zum Glück darf ich morgen die Welt wieder im Sitzen erkunden. Bzw. einen kleinen Teil der Welt. Um genau zu sein Delphi. Aber das werdet ihr dann morgen alles erfahren.









Was ich bei Stephen Fry so toll finde, dass Buch ist nicht nur lustig, obwohl es eigentlich ein Sachbuch ist, er erklärt auch der viel Etymologie. Dass Begriffe wie Musik und Museum von den Musen kommen, liegt nahe, aber ich habe ehrlich nie drüber nachgedacht. Dass Atlas das Himmelsgewölbe zu tragen hatte, war mir tatsächlich ebenfalls neu, ich wusste nur von der Welt. Und klar trägt das Atlasgebirge in Marokko (etc) ebenfalls den Himmel, aber dass daraufhin der Atlantik und die sagenumwobene Stadt Atlantis erhielten… habe ich in der Schule gelernt und erfolgreich wieder vergessen. Und klar ist Kronos der Namensgeber für unsere Chronologie, aber es gibt noch so viele andere Begriffe in unserem Alltag, die auf die griechische Sprache zurückzuführen sind, hach, ich wünschte, ich hätte mir auch nur einen Bruchteil dessen gemerkt, was ich heute alles erfahren habe.

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