Herausforderungen

Heute bin ich seit um kurz vor sechs wach, was in der Heimat schon kurz vor sieben ist, mir aber wenig hilft, wenn ich nach Ortszeit erst halb elf ins Bett gegangen bin. Nachdem ich eine Weile was an Handy gemacht habe, um mich zu beschäftigen – denn zum Lesen war ich zu müde, fiel mir auf, dass das WLAN nicht funktioniert und dann noch mal eine Weile später wurde mit klar, dass es einfach an Strom mangelt in der Wohnung. Na toll. Nun saß ich auf der Couch, die aber so dumm konstruiert ist, dass man nur an bestimmten Stellen sitzen kann, ansonsten hat man irgendwelche Halterungen im Rücken und das macht aua. So richtig befriedigend war das also nicht. Und zu dunkel war es auch noch eine Weile, sonst hätte ich mich draußen beschäftigen können. Sobald es dann aber hell genug war, entschloss ich mich dann doch zu einer Miniwanderung. Was eigentlich ein zu großes Wort ist, denn ich lief nur bis zum 700m entfernten Aussichtspunkt Acantilados de los Roques. Der liegt aber mehrere Höhenmeter unterhalb meiner Unterkunft, so dass der kurze Ausflug dann mehr als eine halbe Stunde dauerte. Ich habe mir sooo große Mühe gegeben, mich von den Umständen nicht runterziehen zu lassen und wurde mit einem ganz zauberhaften Anblick belohnt, wie sich die Sonne östlich von mir über die Berge arbeitete.

Diese beiden Bilder liegen etwa eine halbe Stunde auseinander. Einmal vor der Wanderung, einmal nach der Wanderung. Das hat mal wieder ganz wunderbar verdeutlicht, was für einen farblichen Unterschied so ein bisschen Sonne doch machen kann.

Danach fuhr ich zur Akademie, was irgendwie zum ganzen Tagesbeginn passte, denn aufgrund der blendenden Sonne nahm ich die falsche Ausfahrt beim Kreisverkehr und fuhr die Autobahn etliche Kilometer in die falsche Richtung, auch wenn das Navi immer wieder wollte, dass ich einfach (auf der Autobahn!) wende. So war ich dann erst kurz vor Beginn des Unterrichts an der Akademie und alle Parkplätze waren belegt. Im Endeffekt habe ich dann aber einen gefunden und war dann pünktlich im Raum. Dankbarerweise beendeten wir den Unterricht heute etwas früher mit einer Meditation im Freien. Das kann man schon mal so machen, mit diesem Anblick zu meditieren, finde ich.

Das frühe Ende nutze ich dann, um einmal ans andere Ende der Insel zu fahren, nach Los Cristianos im Südosten, wo es nämlich ebenfalls Pinguine gibt (nicht nur im Loro Parque, der übrigens nur wenige Kilometer von meiner Unterkunft entfernt ist, aber da war ich ja zu Beginn des Jahres schon zweimal). Zwar ist der Parque Las Águilas
Jungle Park nur rund 40 Kilometer von Puerto de la Cruz entfernt, aber man muss sich einmal durchs Gebirge kämpfen und dann noch durch den Feierabendverkehr bei Los Cristianos. Dort passierte das Selbe wie am Morgen und ich fuhr versehentlich wieder auf die Autobahn und musste mich ein zweites Mal beim Verkehr anstellen. Da ich bereits online das Ticket gekauft hatte, gab es aber nun keinen Weg zurück. 90 Minuten nach Beginn der Fahrt war ich dann endlich am Ziel. Der Zoo bietet zwar Onlinetickets an, scheint aber gar keine Routine dafür zu haben und so war das Personal zunächst etwas ratlos, wie sie damit jetzt umgehen sollen. Doch sie waren freundlich und hilfsbereit und so war ich dann eine Stunde vor Schließung endlich drin. Natürlich gab es für mich nur ein Ziel, daher war es nicht weiter schlimm, dass nicht viel Zeit blieb. Auch wenn die Beschilderung absolut nicht hilfreich war. Dafür konnte ich auf Spanisch fragen, wo denn die Pinguine seien. Die Antwort verstand ich zwar nicht, aber dafür die Richtung, in die Mitarbeiterin zeigte. Aber pssst! Man darf dort eigentlich keine Bilder machen.

Der Heimweg war dann zum Glück weniger stressig und dank Hörbuch auch kurzweilig. Zwischendurch fiel mir zwar das Handy runter, das meine Route anzeigte, aber dafür nutze ich dann die kurze Pause, die es brauchte, um es wieder an seine Position zu bringen, um schnell noch einen Schnappschuss vom Teide zu machen.

Als ich wieder in der Unterkunft war, war ich erschöpft und alle und überhaupt keine Lust mehr auf irgendwas, aber da der Strom immer noch fehlte, warf ich einen Blick in den Sicherungskasten und stellte – mit Bestätigung des Vermieters – fest, dass beim Stromausfall heute Nacht offenbar eine Sicherung gekommen ist. Das Problem war dann also schnell behoben und nun konnte ich in Ruhe duschen und essen und die Welt ist wieder in Ordnung.



Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *