Exe-citing

Da wir beide nicht bei 100% unserer Kräfte waren, entschieden wir uns kurzer Hand gegen die ursprünglich geplante Wanderung und stattdessen für einen Ausflug nach Exeter. So lernten wir also spontan die Hauptstadt Devons kennen, die rund eine Stunde mit dem Zug östlich von Plymouth entfernt liegt. Eine Stunde, die mir aber bedeutend länger vorkam. Als wären die Busfahrten von gestern nicht schon aufregend genug gewesen, hatte die Bahn auch etwas Spannendes zu bieten, was hier auch nicht so ganz üblich ist und ich in dem Maße noch nicht mal in Berlin erlebt habe: Der Zug war vollkommen überbucht. Und damit meine ich nicht, dass man ohne reservierte Plätze nicht sitzen konnte. Viele Passagiere mussten trotz Reservierung die ganze fährt über stehen, da sie schlicht und ergreifend nicht zu ihren Plätze gelangen konnten, so voll war der Zug. Wie Sardinien gequetscht standen wir im Gang des zweiten Wagens, mit Koffern und Ellenbogen anderer Reisender im Gesicht und mit jedem drängenden Gast die Physik wieder beweisend: Wo ein Körper ist, kann kein anderer sein, egal wie oft die feine Dame mit ihrer Reisetasche gegen mein Knie schlägt… Egal, wir haben es überlebt und sind gut gelandet. 

Exeter ist ein süßes kleines Städtchen, das noch viel mehr von der alten Architektur zeigt als Plymouth. Wir folgten einer im Reiseführer empfohlenen Route einmal um/durch das Stadtzentrum, vorbei an zauberhaften Häusern, Kirchen, Gassen, einer Schlossruine, der alten Stadtmauer und der Kathedrale Saint Peter. Das Highlight war zweifelsfrei die Führung durch die unterirdischen Gänge der Stadt aus dem 14. Jahrhundert, die damals gebaut wurden, um Frischwasser zu befördern. Die Gänge sind teilweise so niedrig, dass man sich im Entengang fortbewegen oder gar auf den Knien kriechen muss. Aber definitiv eine Reise wert. 

Hier ein paar Bilder:



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