Ein gemütlicher ungemütlicher Tag

Klingt komisch, ist aber so. Der Titel des Beitrags verrät fast schon alles, was es zum heutigen Tag zu wissen gibt. Nach einem entspannten Frühstück in unserer Unterkunft, für das wir gestern Abend im lokalen Supermarkt noch eingekauft hatten, warteten wir zunächst noch einen Regenschauer ab, bevor wir die Wohnung verließen. Die Räumlichkeiten sind auch wirklich groß genug, dass jeder ein Eckchen für sich findet, wenn er will.

Nachdem die Wolken sich ausgeregnet hatten, liefen wir zur nicht weit entfernten Burg Bratislavas, deren älteste Mauern wohl noch aus dem 9. Jahrhundert stammen. Seitdem wurde das Gebäude mehrfach teilweise zerstört und/oder rekonstruiert, zuletzt Mitte des 20. Jahrhunderts. So ein richtiges Burggefühl kommt daher, wie ich finde, überhaupt nicht auf. Drinnen wirkt alles so steril und kalt, überall weiße Wände mit goldenem Stuck verziert. Zu sehen gibt es vor allem Gemälde und antike Münzen, aber auch ein paar alte Waffen sowie eine sonderbare moderne Glaskunstausstellung. Im Keller findet man immerhin noch ein paar Ruinen. Insgesamt aber alles etwas mau, wie ich finde. So schlenderten wir entspannt durch die Räume und ließen keine Hektik aufkommen. Am meisten begeisterte mich dann noch eine Werbeschilderausstellung und ein Feuerwehrfahrrad im obersten Geschoss der Burg.

Als wir die Gemäuer wieder verließen, empfing uns so ein richtig schöner Herbststurm. Zwar schien die Sonne und kalt war es auch nicht wirklich, aber der Wind machte es schon etwas anstrengend.

Zum Mittagessen suchten wir uns ein nettes Restaurant namens Pulitzer – sehr zu empfehlen – und füllten unsere hungrigen Mägen. Wieder zu Kräften gekommen nutzten wir den Rest des Tages, um ganz entspannt ein wenig durch die Stadt zu spazieren, begleitet von einem immer wiederkehrenden Wind und gelegentlichen kurzen Regengüssen. Aber hey, es ist schließlich Herbst!

Also wirklich ein ruhiger Tag, ereignislos, aber nicht auf eine schlechte Art und Weise. Wir sind genug gelaufen, um abends schlafen zu können, aber nicht so viel, dass wir jetzt komplett ausgelaugt wären. Wir haben einen guten Eindruck von der Stadt bekommen. Die Donau habe ich leider nur aus der Ferne gesehen, da kommen wir hoffentlich Morgen nochmal näher.



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