Der heutige Tag hatte absolut Potenzial zu meinem Lieblingstag des Jahres erklärt zu werden. Zuerst möchte ich aber an dieser Stelle erneut bei meinem Vater bedanken, der sich im Vorfeld die Zeit nahm, um mir das Anfahren am Berg noch einmal nahe zu bringen – meine Fahrschule liegt lang zurück und seitdem konnte ich das Wissen erfolgreich aus meinem Kopf verbannen. Gebraucht habe ich es heute allerdings nicht, denn trotz Berge und vor allem Serpentinen war es nicht notwendig. Der Grund dafür, meine neue Liebe: ein kleiner silberfarbener Citroën mit Automatik. Mit diesem Flitzer fuhren wir heute also zur Spitze des Cap Corse (Kap von Korsika) ganz im Norden der Insel bzw so weit, wie es mit dem Auto nur geht. Ich habe die Fahrt mitgefilmt, ihr könnt also irgendwann in den nächsten Wochen ein Video anschauen und die Strecke nachvollziehen. Nur so viel: Es hat total Spaß gemacht!
Am Hafen von Macinaggio stellten wir das Auto ab und starteten nun den zweiten Wanderversuch. Dieses Mal waren wir jedoch sehr erfolgreich und so entdeckten wir Strände, Buchten, Felsen, Wiesen, Türme, Inseln, Eidechsen und vor allem Ausblicke, die uns sprachlos machten. So etwas Wunderbares, diese Natur, nur ab und zu mal ein Wanderer, ganz oben am Kap dann die totale Einsamkeit, ich finde dafür wirklich keine Worte. In den nächsten Tagen werde ich euch noch ganz viele Bilder zeigen, jetzt gerade will mein Tablet erst einmal Updates installieren. Ein besonderes Highlight: eine felsige Insel ganz im Norden, auf der ein einsamer, längst zur Ruine zerfallener Turm steht, der heute für spezielle Vögel als Zufluchtsort zur Verfügung steht und daher für Menschen nicht zu betreten ist. Dort (also noch auf Korsika mit Blick auf Insel) saß ich eine Weile und wartete auf Karo, die noch den Kamm hinauf wandern wollte. Selten habe ich solchen Frieden verspürt.
Auf dem Rückweg hielten wir an einem der Strände, an dem ich bereits auf dem Hinweg die Beine ins Wasser steckte, damit Karo noch ein bisschen schwimmen konnte. Warm genug war es definitiv. Sowohl Wasser als auch Luft, denn in Gegenteil zu gestern hatten wir heute strahlenden Sonnenschein und warme 20°C (gefühlt bedeutend mehr). Einfach ein Traum.
Als wir wieder unser Auto erreicht hatten, beschlossen wir, uns noch Centuri anzuschauen, das sich auf der gegenüber liegenden westlichen Seite der Insel befindet. Einmal mit dem Auto über die Berge und wieder zurück. Nach einer halben Stunde machten wir jedoch kehrt, da es doch etwas zu lange gedauert hätte und ich noch im Tageslicht wieder zurück nach Bastia fahren wollte. Von unserem Wendepunkt aus, einem kleinen Parkplatz, schauten wir uns noch ein paar Minuten das faszinierende Panorama an und traten dann den Heimweg an.
Nachdem wir das Auto zurück gebracht hatten, suchten wir uns noch ein ganz entzückende Restaurant, direkt neben dem vom Vortag, und ließen den Tag ausklingen. Mit absolut lohnenswertem Essen. Heute sogar mal mit Nachspeise. Ich bestellte mit dieses Mal etwas, von dem Karo meinte, es sei ein klassisches französisches Dessert. Keine Ahnung, was es war, irgend so etwas wie Honigbrot oder dergleichen. Lecker!
Unsere Wanderroute (wenn in real vermutlich etwas näher an der Küste, als hier in Google Maps angezeigt):
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