Nach einer viel zu kurzen Nacht (ich war erst zwischen 3 und halb 4 eingeschlafen), begann der Tag heute etwas zu schlagartig, da ich kurz vor 9 Uhr feststellte, wie spät es war und wir um 9 eigentlich schon loswollten. Aber da auch die Kinder noch im Bett waren, verschob sich die Abfahrt um eine Stunde, sodass wir noch in Ruhe frühstücken konnten. Dann wurden die Rucksäcke ins Auto verladen und die etwa zweistündige Fahrt Richtung Beer Sheva ging los.
Im Tel Be’er Sheva National Park findet man Ruinen einer Stadt, die aus den Zeiten Abrahams stammen sollen, also 10. Jh. v. Chr. Da die Überreste von entscheidender Bedeutung für die Studien zur Städteplanung in biblischer Zeit und für die biblische Geschichte sind, wurden sie von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
15 Meter in die Tiefe reicht diese sogenannten Schneckenradwelle, die Teil einen komplexen Wasserversorgungssystem darstellte.
„Be’er Sheva, hebräisch באר שבע, übersetzt „Brunnen der Sieben“ oder „Brunnen des Schwurs“… In der Bibel wird Be’er Scheva mehrfach im Zusammenhang mit den Patriarchen Abraham und Isaak erwähnt. Im 1. Buch Mose wird geschildert, wie Abraham einen Bund mit Abimelech schließt und dadurch einen von ihm gegrabenen Brunnen ungestört nutzen kann (Gen 21,22 EU).“ (Wikipedia)

Von den Temperaturen über war der Vormittag recht erträglich, denn trotz der 33°C kam mir die pralle Sonne nicht so schlimm vor, da ein angenehmes Lüftchen wehte. Schlimmer wurde es dann am Nachmittag, den wir in Masada verbrachten. Nachdem wir uns in einem russischen Supermarkt Brötchen und Wurst zum Mittag gekauft hatten, fuhren wir zu dieser alten Festung, die Herodes als sicheren Zufluchtsort unweit des Toten Meeres bauen ließ, aber selbst nie aufsuchte. Im Jahr 66 n Chr übernahmen jüdische Rebellen das Bauwerk, um Schutz vor den Römern zu finden. Sechs Jahre lang konnten sie dort leben und sich durch die Lage der Festung oben auf dem Berg auch gut verteidigen, bis römische Soldaten nach einer achtmonatigen Belagerungszeit einen 4,5km langen Außenwall und eine Rampe errichteten und somit erfolgreich angreifen konnten. Die Rebellen erkannten die aussichtslose Lage und brachten sich selbst um, um den Römern nicht in die Hände zu fallen. Es heißt, zwei Frauen und fünf Kinder überlebten, indem sie sich versteckt hielten. Vor Ehrfurcht ließen die Soldaten sie frei.
Die Nacht verbrachten wir in einer Jugendherberge in Arad, wo amerikanische Jugendliche bis Mitternacht laut sangen und tanzten und wir fast in unserem Schweiß ertranken, da die Klimaanlage zu viel Krach machte, um sie nachts laufen zu lassen. Aber am schlimmsten war, als es gegen ein Uhr morgens an der Tür klopfte, die kurz danach aufgeschlossen wurde. Ein Mann, der kein Wort Englisch spricht, erzählte was auf hebräisch, was niemand verstand. Dann ging er wieder. Es war der Pförtner, der offenbar immer überprüft, ob auch wirklich nur angemeldete Besucher in den Zimmern sind. Gruselig. Dass wir da waren, wusste er nicht.




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