Leuchtturm

Während über mir wieder das Nagetier übers Dach läuft, will ich euch noch vom heutigen Tag erzählen. Nachdem wir beide mittags Feierabend gemacht hatten, fuhren wir mit dem Auto noch einmal nach Buenavista del Norte. Denn heute fuhr der Bus wieder. Erst aßen wir in einem Fischrestaurant (lecker Calamares del Romana für mich, inzwischen klappt das Bestellen auf Spanisch gut, auch wenn der Kellner Deutsch gesprochen hätte), dann liefen wir zum Bus, der uns an den westlichsten Zipfel der Insel fuhr, nach Punta de Teno. Teno ist der Name der Region oder des Gebirges, da bin ich mir nicht ganz sicher. Und Punta heißt einfach nur „Spitze“. An der Spitze steht ein Leuchtturm auf ein paar imposanten Felsen von dort aus kann man auch Los Gigantes (Die Riesen) sehen, eine 450m hohe Felswand, die schon wirklich sehr beeindruckend ist. Auch hier wieder dieses Phänomen des Mikroklimas. In Buenavista war es bewölkt und teilweise regnerisch, am Leuchtturm, der kaum 20km entfernt liegt, strahlender Sonnenschein. Aber windig. Sehr windig.

Auf dem Rückweg fuhren wir nur einen Teil der Strecke. Die letzten rund vier Kilometer spazierten wir am der Straße entlang, um noch ein bisschen Bewegung zu bekommen. Die Straße führt entlang am mehreren Bananenplantagen und so sah ich zum zweiten Mal im Leben (nach Costa Rica) echte Bananenstauden. Wusstet ihr, dass die Stauden nur einmal im Leben tragen? Danach sind sie nicht mehr in der Lage, weitere Bananen zu produzieren und werden gefällt. Zwischenzeitlich trennten sich unsere Wege, denn Nadja wollte den schönen Weg gehen und ich den schnellen (was vor allem auch am Regen lag). So war ich vor ihr zurück in Buenavista und bestellte mir im Café was zu trinken und nach einigem Hadern auch etwas zu essen. Diese länglichen Pfannkuchen sind hier eine Spezialität, aber ich hatte keine Ahnung, wie sie heißen. Daher musste ich mich etwa eine halbe Stunde überwinden, zur Kellnerin zu sagen, dass ich gern Kuchen hätte („pastel“), und ihr in der Vitrine zu zeigen, welchen ich meinte. Hinterher war ich stolz.



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