Katzen in Burgen

Soeben sind wir von unserem ersten richtig großen Ausflug wieder zu Hause gelandet und sind ziemlich k.o. Doch während sich Karo gerade freundlicherweise um das Essen kümmert – es gibt Nudeln mit Tomaten und Shrimps – versuche ich einfach mal ein paar Eindrücke des Tages festzuhalten.

Nach einer etwas kurzen Nacht – ein Doppelbett für zwei nicht-Liierte ist doch ganz schön

IMG_4680knapp – ging der Tag relativ schnell los. Zum Frühstück gab’s mitgebrachte Milchbrötchen und noch einen kurzen Gang zu Star Buck’s, damit ich auch richtig wach werde. Im Supermarkt beschafften wir uns noch die wichtigsten Utensilien für den Tag und nun konnte die Reise losgehen. Um Lissabon nicht in trister Erinnerung zu behalten, suchten wir den Rossio und den Tejo noch einmal auf, damit wir erneut einige Fotos machen konnten. Von dort aus ging es dann zum 31 Meter hohen Elevador und verschafften uns einen Überblick über die wirklich schöne Stadt, die heute im Sonnenschein einen noch viel freundlicheren Eindruck machte. Dazu muss jedoch angemerkt werden, dass Freundlichkeit allgemein hier an erster Stelle zu stehen scheint. Selten wurden wir so herzlich willkommen geheißen, so geduldig beraten und überhaupt so entgegenkommend behandelt wie in diesem zauberhaften Städtchen.

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Wie bereits oben auf dem Elevador zu spüren war, war der Wind heute in vollem Gange. Besonders der Besuch der Sao Jorge, der Burg auf einem der Berge, wurde dadurch etwas anstrengend, da er uns zum einen durch die Klamotten pfiff, wodurch es trotz Sonne immer noch recht kühl war, und zum anderen, da er einen durchaus oben auf den IMG_4826Türmen der Burg schnell in Gefahr bringen kann, denn die Mäuerchen sind relativ niedrig und ich wette, da wurden schon mehrfach Leute einfach hinuntergeweht. Vielleicht auch nicht. Gruselig war es trotzdem. Faszinierend war die große Ansammlung von Katzen auf den Burgwiesen, so viele habe ich gewiss noch nie im Leben auf einem Haufen gesehen. Ein anderes Schmankerl waren die Pfauen, die dort frei herumlaufen und es sich gut gehen lassen.

Der Weg nach unten führte uns durch enge, labyrinthartige Gässchen, steil und umgeben von putzigen Häusern, die teilweise gerade einmal zwei bis drei Meter in die Breite gingen, so dass innerhalb von 15 Metern fünf verschiedene Hausnummern zu finden sind. Auf einem kleinen Platz inmitten dieser Gässchen verschnauften wir in einem winzigen Café bei einem Kaffee und einem Schinken-Käse-Toast. Wir waren dort allerdings nicht die einzigen Deutschen. Von vier besetzen Tischen waren drei durch deutsche Touristen belegt, einer von zwei Schweizern. Überhaupt gibt es unglaublich viele deutschsprachige Menschen in Lissabon. Kein Wunder, dass der eine oder andere Krempelverkäufer einige Brocken deutsch spricht. Unsere Tischnachbarinnen im Café waren drei nicht mehr ganz junge Damen, die sich in einer Lautstärke unterhielten, dass vermutlich noch einige Gassen weiter jedes Wort deutlich zu verstehen war, über Freude und Trauer, Mütter, Krankheiten, und viele Dinge, die uns so gar nicht interessierten. Es schien so ein leises, erleichterten Stöhnen durch die „Reihen“ zu gehen, als die drei Weibsen endlich den Platz verließen.

Wieder im unteren Teil der Stadt angelangt, begaben wir uns auf die Suche nach Schuhen, sind wir doch so echte Frauen, die wahre Freude nur beim Schuhkauf finden – oder wahlweise, weil ich mir mit meinen kurz zuvor erworbenen Treter übelste Blasen laufe und der Aufstieg zu Sâo Jorge eine reine Qual war. Nach dem fünften oder sechsten Schuppen wurde ich dann fündig und glücklich, denn nun kann der Marsch weitergehen.

Heute allerdings nicht mehr, denn nachdem wir uns im Supermarkt mit dem Wichtigsten eingekleidet haben – wie geil ist das denn, wir können hier selbst kochen und Zeugs im Kühlschrank aufbewahren!! – machten wir uns komplett erschöpft auf den Heimweg.



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