In weniger als neun Tagen haben wir rund 1.800km zurückgelegt mit dem Bus. Entsprechend anstrengend war diese Reise. Natürlich ließe sich hier und da eventuell noch etwas optimieren, doch bin ich sehr froh, mich auf das Abenteuer eingelassen zu haben. Bitte fragt mich nicht, ob es ein schöner oder toller Urlaub war. Es war spannend, viele bunte Erinnerungen und Erfahrungen, besondere Momente, außergewöhnliche Erlebnisse, wundervolle Eindrücke, tolle Gespräche, unerwartete Begegnungen. Ob ich Marokko als Reiseland empfehlen würde? Auf jeden Fall. Ich hatte mir so eine ganz fremde Welt vorgestellt, aber habe so viele Parallelen gefunden. Nur anders. Dasselbe in Grün quasi. Die Menschen hier sind vielleicht etwas aufdringlicher, penetranter, aber auch herzlicher, aufgeschlossener und gastfreundlicher als bei uns in Deutschland. Innerhalb einer Woche war ich im Gebirge, in der Wüste und am Strand. Habe viel über Land und Leute und auch ein bisschen über die Religion gelernt – die bei uns in Berlin genau so ausgeübt wird. Ich in froh, in einer Gruppe gereist zu sein. Nicht weil ich mich zu irgendeinem Zeitpunkt unsicher gefühlt hätte (so überhaupt gar nicht), sondern weil ich keinerlei organisatorische Verantwortung hatte und das in einem Land, in dem ich sprachlich buchstäblich nicht mitreden kann. Also klar, ich würde auch gut allein klarkommen, aber es ist schon deutlich angenehmer so. Und vor allem entspannter. http://www.weroad.de

Ich denke, ich habe in den vergangenen Tagen vor allem auch wieder ein bisschen mehr zu mir selbst gefunden. Manchmal hilft es eben, aus seinem gewohnten Umfeld zu entfliehen, um das eigene Herz wieder schlagen zu hören. Insofern bin ich hier zweierlei Reisen angetreten und während sich die eine dem Ende nähert, wird die andere noch eine ganze Weile andauern. Wieder vom Objekt zum Subjekt werden und mein eigener Kompass sein.

Von einem Aspekt habe ich euch noch nichts erzählt: Tee. Marokko hat eine große Teekultur und es ist fester Bestandteil der Gastfreundschaft. Wohin auch immer wir kamen, zu den Teppichtanten, den Safranschwestern, den Arganartistinnen oder den Apothekenalchemisten. Jetzt auch im Riad, wo ich meine letzte Nacht in Marokko verbringen werde. Was genau das für Tee ist, kann ich nicht genau sagen, nur dass er jedes Mal viel zu stark für mich ist. Aber trotzdem trinke ich ihn gern, einfach wegen der Geste. Ich denke, dass da oft vor allem grüner Tee drin ist, Pfefferminze, vielleicht auch mal schwarzer Tee. Beim Safran war entsprechend Safran drin. Einen Safranfaden pro Tag auf eine Tasse heißen Wassers geben, hieß es, das sei sehr gesund. Ab 15g hingegen ist es tödlich… Aber das ist schon eine ganz schön große Menge, die man nicht mal versehentlich konsumiert.



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