Kennt ihr das, ja, das kennt ihr, wenn Menschen heiraten und dann im Korso durch die Stadt fahren und alle mit ihrem nervigen Hupen belästigen? So in etwa klingt Marrakesch. Und zwar Tag und Nacht. Meine erste Hoffnung war, dass das nur die Strecke vom Flughafen zum Hotel war, bei dem der Taxifahrer sich wie ein Irrer durch die Straßen bewegt hat. Nein, es ist das Grundrauschen Marrakeschs. Wenn man seit halb 4 auf den Beinen ist und wahnsinnige Kopfschmerzen hat, spielt man schon durchaus mit dem Gedanken, sofort das Ticket zurück nach Hause zu kaufen und sich in den nächsten Flieger zu setzen. Aber nein, ich gebe dem eine Chance. Wie gesagt, meine körperliche Verfassung ist nicht grad ideal zum Kennenlernen dieser Stadt. Und wir werden eh morgen schon Richtung Osten aufbrechen und Richtung Atlasgebirge fahren, wo wir in einer Kasbah übernachten, die per se meist autofrei sind. Wobei ich natürlich nicht weiß, ob das auch für unsere Unterkunft gilt. Drückt mir die Daumen!
Ich bin jedenfalls gut gelandet. Der Flug war eng im Gegensatz zum Flug nach Paris, eher so Billigairline-Zustand als Nobelflug. Der Kerl neben mir hat den ganzen Flur über mit offenem Mund geschlafen und ich hatte Glück, dass er immer nur in die andere Richtung gerutscht ist, nicht in meine. Als ich die ersten richtigen Eindrücke Marokkos von oben aus zu sehen bekam, da wurde plötzlich alles real und da begann dann endlich die Freude. Ist schon sehr beeindruckend. In der Kabine saß übrigens eine Pilotin, was ich nur erwähne, weil es das erste Mal war, dass ich das erlebte. Fand ich cool.
Am Flughafen angekommen verlief alles ganz flott und easy. Bei der Passkontrolle verstand ich kaum ein Wort des nur gebrochen englisch sprechenden Sicherheitsbeauftragten und konnte daher die Fragen vermutlich nur so semivollständig beantworten, aber er ließ mich dann einfach passieren. Auch gut. Mein Gepäck kam als eines der ersten auf dem Laufband an und so war ich in einer viertel bis halben Stunde raus aus dem Flughafen. Im Foyer wartete ich auf die Koordinatorin der Reise, mit der ich mir ein Taxi teilte, um zum Hotel zu kommen. Dort war bereits ein Großteil meiner Mitreisenden eingetroffen. Ich bezog fix mein Zimmer, dann wurde gespielt. Irgendwas mit Fragen und Bluffen, nicht mein Ding. Aber okay. Als die Gruppe vollzählig und wir über die Modalitäten der Reise unterrichtet waren, liefen wir zu einem Restaurant unweit vom Hotel entfernt. Marokkanischen Küche, unter anderem. Aber auch libanesische Vorspeisen. Sushi. Pizza… Fusion eben. Aber nicht einfach Asian Fusion, wie wir es in Berlin oft haben, sondern so global, wie es nur geht. Genau so bunt ging es auch im Restaurant zu, sehr wuselig und verplant. Ich hatte meine erste Tajine, ein typisches marokkanisches Gericht, das es in vielen Varianten gibt. In meinem Fall mit Sardinen. Oder Sardellen. Ich weiß den Unterschied immer nicht… War ganz gut. Nicht herausragend, aber solide. Dazu noch Mezzes und zum Nachtisch eine Kugel Eis für jede:n.













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