Mythos

Es ist ein Mythos, dass Flüge immer voll sind. Naja, vielleicht auch nicht. Aber aktuell sieht es so aus. Vielleicht liegt es daran, dass der Flug so spät ist. Aber aktuell sind außer mir vielleicht eine Hand voll Personen am Gate und in einer halben Stunde beginnt das Boarding. Ich bin gespannt.

Die Zeit bis dahin nutze ich, um mich ENDLICH mit dem ersten Buch von Stephen Fry überzeugen die griechische Mythologie zu befassen. Karo hatte mir das vor vielen Jahren mal zu Weihnachten geschenkt (witzigerweise hatte ich ihr zeitgleich das gleiche Buch geschenkt). Passend, finde ich, sich auf den Athen Tripp einzustimmen. Eher unpassend dazu, dass hier ständig Flugnummern auf Spanisch angesagt werden. Aber schön auch, dass ich diese inzwischen ohne viel nachzudenken verstehe – da hast sich der Spanischkurs vor einer Woche echt gelohnt. Aber deshalb sind wir heute nicht hier. Mein Griechisch ist non-existent. Allein das Lesen der Schrift bereitet mir Kopfschmerzen. Ich bin mal sehr gespannt, wie das die nächsten Tage wird. Meine erste Reise allein, bei der ich die Schrift nicht lesen kann. Oder nur partiell. Ich hoffe einfach drauf, dass Athen touristisch genug ist, um klarzukommen. Es ist aber auch gut und wichtig, hin und wieder mal aus der eigenen Komfortzone zu treten. Auch wenn das Hin und Wieder zurzeit doch häufiger ist. Auf Arbeit mache ich zurzeit ganz viel davon. Und privat auch hier und da. Ich habe aber die Hoffnung, dass sich so die Grenzen verschieben und der Komfort sich einfach nur erweitert. Oder bin ich da zu naiv? Egal. Jetzt sitze ich jedenfalls hier und bin eigentlich ein bisschen zu erschöpft, um aufgeregt zu sein. Was für eine irre Idee auch, einen Flug am Abend zu wählen und erst Mitternacht am Ziel anzukommen. Bin ich nicht eigentlich zu alt für solche Späße? Mir fallen jetzt schon die Augen zu. Aber die mussten heute auch einiges aushalten. So sehr ich mich auf Athen freuen, so sehr kann ich es auch das nächste laange Wochenende nicht erwarten, an dem ich einfach nur faul sein kann. In Zeiten, als ich mich nicht getraut habe, allein zu reisen, hatte ich irgendwie mehr Zeit zum Ausruhen… Naja, aber die Welt zu erobern, ist irgendwie auch cool. Schlafen kann ich auch noch, wenn ich tot bin. Bis dahin ist noch jede Menge Zeit. Um Isolation Berlin zu zitieren.



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