Die Nacht im neuen Bett verlief angenehmer als erwartet. Hier bellen ständig die Hunde der Nachbarschaft, das Haus ist wahnsinnig hellhörig und jeder Schritt macht Krach, weil der Holzboden knarzt. Sehr. Aber in Anbetracht all dessen verlief die Nacht wirklich ruhig. Und so war ich heute Morgen tatsächlich einigermaßen ausgeschlafen, als es zu um neun zum Yoga ging. Der Unterricht findet immer in einem kleinen Studio außerhalb des Hauses im Garten statt und ist mit allem, was man so fürs Yoga braucht, ausgestattet. Es ist schon echt witzig, sich auf seine Übung einzulassen, während nebenan das Huhn laut gackert, weil es gerade ein Ei gelegt hat. Vicky und José wohnen direkt hier im Haus, daher gibt es einen privaten Bereich, der nur für die beiden zugänglich ist, einen öffentlichen Bereich mit Esstisch und mehreren Sofas und Sesseln, und dann noch der Schlafbereich mit vier Zimmern, wenn ich das richtig überblicke. Zwei Einzel- und zwei Doppelzimmer. Und ein Badezimmer mit Klo und Dusche. Hier mal ein Foto, das so ein bisschen zeigt, wo wir hier hausen. Es kommen gewiss noch mehr.

Am Vormittag fuhr und Vicky mit ihrem kleinen Bus nach Teror, wo sonntags immer Markt ist. Normalerweise bietet sie selbst dort ihre Dienstleistungen mit Henna Tattoos an, kann aber aktuell aus gesundheitlichen Gründen nicht. Der Markt von Teror ist eine wilde Mischung aus traditionellen kanarischen Produkten und klassischem Jahrmarktschnickschnack, umgeben von Läden mit ähnlicher Mischung: schöne traditionelle Kunsthändler neben touristischem Krams. Ich glaube, wenn da grad nicht Markt ist, könnte mir das Städtchen ganz gut gefallen. Nur waren heute zu viele Menschen da, um das neutral beurteilen zu können. Ich weiß nicht, ob ihr noch meine Berichte zu La Orotava und Garachico vom Januar im Sinn habt. Dort gab es auch diese vielen schönen Balkone wie hier in Teror.







Als wir wieder zurück waren, hatte José bereits das Mittagessen vorbereitet. Und so saßen wir noch eine Weile zusammen und aßen Gemüse Curry. Danach ging jede ihrer Wege, letztendlich landeten die meisten aber doch wieder im Garten und genossen die Ruhe. Eine Gruppe wie diese habe ich bisher noch nicht erlebt. Wie gestern schon angedeutet, entsteht zumindest für mich hier keinerlei Gruppengefühl. Wobei ich höre aber durch die dünnen Wände, dass sich die anderen Frauen ganz prächtig unterhalten. Ist für mich aber vollkommen okay, ich gehöre vielleicht nicht zur Gruppe, aber ich vermisse auch nichts. Und es heißt ja auch nicht, dass die anderen nicht trotzdem total nett und offen mit gegenüber sind. Ich empfinde das hier als recht ausgewogen. Vicky ist die einzige, die mich auf meine Schweigsamkeit anspricht. Aber eher aus Sympathie, glaube ich, denn in dem Punkt scheinen wir uns ähnlicher zu sein, als die anderen. José hingegen ist deutlich kommunikativer (obwohl er nur sehr gebrochenes English spricht) als sie und wirkt dadurch auch ein ganzes Stückchen wärmer. Ich mag beide sehr. Jede/n auf seine/ihre Art. Beide haben so einen gewissen, manchmal leicht zynischen Humor, den der Rest der Gruppe gar nicht begreift. Da muss ich immer nur still in mich hinein grinsen. Hier auf dem Bild seht hier meinen Lieblingsplatt im Garten bzw den Ausblick von meinem Lieblingsplatz. Und Noa ist auch immer dabei. Habe allerdings heute erst realisiert, dass Noa ein Mädchen ist.


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