Der vorletzte Tag meines Bildungsurlaubes hatte eine unerwartete Komponente. Tatsächlich hat Adriana heute Übung mit uns gemacht, die ich schon sehr lange mal auf Arbeit durchführen wollte, aber dann hatte ich doch nie den Arsch in der Hose, es auch in die Tat umzusetzen, denn sie ist etwas heikel und kann auch voll nach hinten losgehen. Im Rahmen der Emotionalen Intelligenz jedenfalls war sie absolut angemessen und hat auch ganz prima funktioniert. Wovon rede ich? Thema heute: Social Skills. Ich weiß gar nicht, ob es dafür auch einen schönen deutschen Begriff gibt, ich kenne es tatsächlich nur so. Im Endeffekt geht es um zwischenmenschliche Fähigkeiten. Falls man das so sagt. Also wie beginnen oder beenden wir Gespräche. Wie geben wir Komplimente und eben auch, wie empfangen wir sie. Die Übung klingt ganz simpel, kann aber eine echte Herausforderung sein. Für mich zumindest war sie es. Teil 1: Jede:r schreibt über jede:n in der Gruppe etwas Positives auf einen Zettel. Finde ich schon mal schwer, weil ich mich bisher gerade mal mit der Hälfte der Gruppe unterhalten/befasst habe. Und wir kennen uns alle gerade mal vier Tage. Aber noch schwerer ist Teil 2: Jede:r stellt sich vor die Gruppe und bekommt die positiven Dinge vorgelesen. Wer mich kennt, weiß, dass mir sowas recht waaaaaaahnsinnig unangenehm ist, so lieb und freundlich die Texte auch sein mögen. Ich hätte auch die Möglichkeit gehabt, es ohne Probleme zu verweigern, aber manchmal muss man – ich – eben auch aushalten können. Richtig viel ist tatsächlich bei mir nicht angekommen, weil mir die Situation einfach zu unbehaglich war, aber ein paar Dinge sind doch bei mir gelandet. Und vor allem: Wir haben die Zettel dann auch noch ausgehändigt bekommen. Das, was am häufigsten genannt wurde (auch wenn nicht immer aufgeschrieben) und auch von Adriana betont wurde, ist mein Mut. Haha. Ich und mutig. Wenn die wüssten. Naja, vielleicht. Vielleicht ja doch. Schließlich bin ich hier, nicht wahr?

Anschließend liefen wir zum knapp 2km entfernten Taoro Parque. Das heißt, ich lief vor, weil ich eh immer langsamer bin als die anderen, was dazu führte, dass ich nicht genau dort landete wie die anderen und sich Adriana eine halbe Stunde lang Sorgen um mich gemacht hat. Upsi. Im Park erwartete uns Federico, ein Qi Gong Lehrer, der mit uns – na klar – Qi Gong machte. So wie im Fernsehen. Leute stehen im Park und machen Qi Gong. Ich kam mir dabei schon ein bisschen lächerlich vor. Aber eigentlich war es auch ganz schön, weil der Park sehr angenehm ist, Gras, Palmen, Sonne, was will man mehr? Das Gras hier – zumindest in allen öffentlichen Anlagen, die ich hier so erlebt habe – ist übrigens irgendwie hart. Es fühlt sich an wie Kunstrasen. Ist es aber nicht. Nur einfach irgend eine andere Sorte Gras, als ich es von unseren Grünanlagen gewohnt bin. Ist aber nicht weiter schlimm, war mir nur aufgefallen. Anschließend lief ich mit Adriana und Dirk, der ebenfalls Teilnehmer des Unterrichts ist, wieder zurück zur Akademie. Hier ein paar wenige Impressionen von eben jenem Spaziergang zur Puerto de la Cruz.



Da der Unterricht wieder früher vorbei war als erwartet, hatte ich nun einen ganzen Nachmittag zur freien Verfügung. Auf Noemis Empfehlung hin, fuhr ich kurz entschlossen nach Santa Cruz, der Hauptstadt Teneriffas, wo ich mir die Altstadt anschaute und mich dann eine Weile von einem probenden Blasorchester quälen ließ, bis es mir zu viel wurde und ich wieder nach Hause fuhr. Ich will euch hier nicht mit langweiligen Stadtfotos langweilen (oder besser gesagt, ich habe quasi keine gemacht, weil ich Stadtfotos immer langweilig finde). Aber als Beweis, dass ich da war, diese beiden hier für euch:


Auf dem Weg nach Hause sah ich diesen niedlichen Beifahrer vor mir:


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