Fast ohne Worte

Gestern habe ich nichts mehr geschrieben, da ich nicht so recht wusste, was ich sagen soll. Nicht, dass wir einen langweiligen Tag gehabt hätten, im Gegenteil, IMG_6159doch sind die gesammelten Eindrücke so überwältigend, dass es schwer ist, dem mit Worten gerecht zu werden. Wovon ich rede? Vom Besuch der Sagrada Familia. Falls ihr noch nichts davon gehört habt: Das ist die von Gaudi entworfene Kirche, deren Bau 1882 begonnen hat und bis heute noch nicht abgeschlossen ist (laut Wikipedia sollen die Bauarbeiten 2026 abgeschlossen sein). Beim Parc Güell war ich sprachlos, beim Palau Güell war ich sprachloser, bei der Sagrada Familia wahrlich am sprachlosesten (ja, das Wort bzw. den Zustand kann man steigern, Gaudi macht es möglich!). Das haut einen absolut um. Sein Schaffen ist so gänzlich anders, als man – ich – es kennt und mit nichts vergleichbar, was man in unseren Breitenkreisen zu sehen bekommt. Die Kirche ist gigantisch groß, im fertig gestellten Zustand soll rund 13.000 (!) Menschen auf einmal darin Platz finden. Der Einsatz von Buntglas sorgt für ein atemberaubendes Licht, dass je nach Tageszeit einen anderen Farbton hat. Der Jesus vorn am Altar – nennt mich so blasphemisch, wie ihr wollt, doch das war mein Eindruck – scheint weniger einen leidenden Blick sondern einen faszinierten Blick zur Decke zu werfen, die in 45 Meter Höhe wie ein Blätterdach über dem Hauptschiff liegt. Ich werde euch jetzt hier einfach ein paar Bilder zeigen, damit ihr seht, was ich meine.

IMG_6124IMG_6110IMG_6117IMG_6121IMG_6130IMG_6135

IMG_6182Noch komplett geplättet von diesem Anblick zogen wir nachmittags noch ein wenig durch den Bezirk Eixample, vorbei an einem sehr enttäuschenden Flohmarkt (genau wie letztes Jahr im Lissabon handelte es sich nur um eine riesige Ansammlung von Schrott, da wird man schnell wieder an die ursprüngliche Bedeutung des Flohmarkts erinnert) mit einem jedoch faszinierenden Dach aus Spiegeln.

Wie auch in London erfreuen wir uns in Barcelona einiger Tiere,IMG_6173 die wir bei uns in der Heimat nicht so ohne Weiteres finden. Dort die Bobs (die grauen Eichhörnchen), hier die Pedros. Es handelt sich dabei um Mönchssittiche, die eigentlich aus Südamerika stammen und hauptsächlich in Argentinien verbreitet sind, aber offenbar den Weg über den Ozean nach Spanien gefunden haben und hier ihr Unwesen treiben. Die Viecher geben ein ganz unerträgliches Krächzen von sich und als wir gestern zum Verschnaufen kurz auf einer Bank saßen, erzählte ein besonders unterhaltsames Exemplar ganze 20 Minuten lang ohne Pause vermutlich seine ganze Lebensgeschichte.

Zu essen gab es mal wieder Tapas, in dem Restaurant, in dem wir die Paella bekamen, gab es dieses Mal einen Burrito, die obligatorischen Oktopusse (bzw. Oktopoden, wie ich den Plural grad kennen lernte), und noch andere Kleinigkeiten, dazu sehr leckeren Rioja, denn den muss man hier einfach probieren, und alles war köstlich (auch wenn mir meine eigenen Burritos besser schmecken).



Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *