Laut Prognose ist heute der einzige richtig wetterfreundliche Tag gewesen. So konnten wir bereits das Frühstück in strahlendem Sonnenschein auf der Terrasse verbringen. Endlich bekam ich so dann auch mal wieder den vom letzten Jahr bekannten Ausblick zu sehen. Es verschlägt einem immer wieder die Sprache, um nicht zu sagen, es fehlen mir die Worte, diese schöne Ansicht zu beschreiben.



Falls ihr bereits im vergangenen Jahr meinen Blog gelesen habt, wisst ihr vielleicht noch, dass wir hier im Gschösswandhaus den Tag in der Regel mit einer Yoga Stunde beginnen. Aber da wir heute wieder zum Stillup Stausee fahren wollten, um dort auf den SUPs Yoga zu machen, entfiel die morgendliche Einheit. Stattdessen fuhren wir kurz nach halb 10 los, auch wenn wir kurz nach der Abfahrt noch einmal warten mussten, da wir zwei Teilnehmerinnen vergessen hatten und ein Auto umdrehen musste, um sie zu holen. Neidisch bin ich auf die Fahrerin wahrlich nicht, denn die Schotterpiste, die zum Gasthof hinauf führt, ist kein Zuckerschlecken. Es ist definitiv einer der Gründe, weshalb ich dieses Jahr mit Zug (und Seilbahn) angereist bin – abgesehen davon, dass es ja auch umweltfreundlicher ist. Viele würden sagen, es ist auch stressfreier, aber ich weiß nicht, ob der Stress beim langen Autofahren für mich persönlich schlimmer ist als der Stress beim Bahnfahren. Ja klar hatte ich gestern riesiges Glück, als ich das Abteil für mich allein hatte, aber das ist ja eher die Ausnahme. Aber viele anstrengende Mitfahrende, der Lärm, das Rennen von Zug zu Zug mit all dem Gepäck, das Bangen, ob man den Anschluss bekommt oder eine spätere Verbindung nehmen muss, bei der die Platzreservierung natürlich nicht mehr gilt… Da stehe ich persönlich lieber im Stau. Aber jedem das Seine.

Nun jedoch zurück zum heutigen Tag. Wie bereits erwähnt, ging es heute zum Stillup Stausee, ungefähr 45 Minuten vom unserer Unterkunft entfernt. In vier Autos (denn Chris fahr einen kleinen Bus, in den neun Personen passen) ging es erst die furchtbaren Serpentinen nach unten (eine Mitstreiterin hat das gar nicht gut verkraftet) und dann durch Mayrhofen Richtung Südosten. Am Stausee ging die restlichen 2km zu Fuß zum Strand weiter, wo wir zunächst die SUPs aufpumpten und dann in zwei Gruppen aufgeteilt mit Chris an Land blieben oder mit Denise auf den SUPs auf den See hinausfuhren. Die Landratten machten zusammen die Wim Hof Ahnung. 30 mal tief ein- und dann schnell ausatmen. Dann, solange es geht, Luft anhalten und wenn es nicht mehr geht, noch ein paar Sekunden warten, tief einatmen, ausatmen und dann noch mal ein paar Sekunden Luft anhalten. Das Ganze zwei Mal. Dabei handelt es sich um eine wissenschaftlich anerkannte Technik, die von tibetanischen Mönchen abgeguckt ist. Durch das Atmen erhöht sich der Sauerstoff Anteil im Blut, der Anteil an Kohlendioxid sinkt. Dadurch verbessert sich der allgemeine Gesundheitszustand. Zumindest wenn man das regelmäßig durchführt. Der zweite Teil des Ganzen besteht darin, anschließend ins kalte Wasser zu gehen. Also ins wirklich kalte Wasser. Der Stillup See besteht aus Gletscherwasser, entsprechend liegt die Wassertemperatur bei knapp unter 10 Grad Celsius. Ich muss sagen, dass ich mich da dran gewöhne. Zum dritten Mal habe ich diese Übung gemacht. Und anfangs hatte ich meine Atmung überhaupt nicht unter Kontrolle. Aber das fing sich recht schnell. Und so war ich nicht nur die Erste im Wasser, sondern auch die Letzte, die wieder rausging. Wenn man dann sogar noch ein zweites Mal ins Wasser steigt, ist es noch man einfacher. Die Hände raten schon etwas weh, doch insgesamt verspürte ich hier eine gewisse Ruhe. Ein bisschen Resilienz habe ich also im Laufe der Zeit dazu gewonnen.
Die andere Gruppe war währenddessen mit Denise bei einer Runde Yoga auf den SUPs. Wobei ich zugeben muss, dass es für mich eher ein Sit Down Paddleboard als ein Stand Up Paddleboard ist. Im Gegensatz zu so ziemlich allen anderen ist es mir schier unmöglich, auf den Dingern zu stehen. Ich verliere sofort das Gleichgewicht. Ich weiß aber auch nicht, ob das eher daran liegt, dass ich Angst davor habe, ins Wasser zu fallen oder mich zu blamieren oder wirklich was mit meinem Gleichgewichtssinn nicht stimmt. Das heißt aber nicht, dass ich diese Übung nicht genieße. Au contraire! Es ist schon etwas ganz Besonderes, dort auf dem Board zu sitzen oder liegen und diesen traumhaften Anblick zu verarbeiten. Türkises Wasser, Schnee in den Bergen, Wälder, ein paar Wolken am Himmel. Seelenfrieden!






Nachdem beide Gruppen beide Übungen gemacht hatten, liefen wir wieder zurück zum Ausgangspunkt. Wie auch beim letzten Mal aßen wir dann im Restaurant zum Wasserfall. Dort gibt es sagenhaft gute Forelle. Aber da man den Endpreis erst hinterher erfährt, da man pro Gramm bezahlt und meine Barschaften doch etwas knapp waren, beließ ich es bei einer Portion Spätzle. Nebenan gab es ein Trampolin, auf dem ein Mädchen im Grundschulalter, das ein Baby im Arm hielt (vielleicht so zwei Monate alt, also wirklich winzig), und ein Junge, vielleicht so anderthalb Jahre alt, zusammen spielten und Quatsch machten. Das war hervorragende Unterhaltung. Auch einige von uns testeten das Trampolin im Anschluss.


Für die Abend Yoga Stunde war ich heute zu erschöpft. Bzw. ich hatte mich etwas ausgeruht und, als ich dann nach unten ging, hatten sie schon angefangen. Das ist der Nachteil, wenn man mit dem Handy dauerhaft offline ist. Man verpasst derlei Informationen. Aber etwas Entspannung nach dem Tag ist ja auch nicht verkehrt.

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