When in Rome

Es klang so verlockend, dass ich mir gar keine Mühe gemacht habe, darüber nachzudenken, ob es eine gute Idee ist. Es ist übrigens keine. Ja, Schäumbäder sind toll. Ja, Jacuzzis sind toll. Aber die Kombination sollte man sich besser sparen, wenn man hinterher nicht den ganzen Schaum im Badezimmer aufwischen will. Aber das Kind in mir hat viel zu viel Spaß grad, um sich ernsthaft über die übergelaufene Badewanne zu ärgern.

Verdient habe ich mir die Auszeit in der Wanne allemal, denn so spannend unsere Tour heute auch war, so anstrengend war sie auch. 30 Grad hatten wir heute Mittag, während wir von einer wundervollen italienischen Führerin durch Forum Romanum, Palatinhügel und Kolosseum geführt wurden. 30 Grad und viel zu viele Menschen. Nach der Tour war ich so platt, dass ich alle weiteren Tagespunkte einfach gestrichen habe und direkt wieder zu unserer Unterkunft zurück gefahren bin.

Die Führerin sprach ein wunderbares Deutsch und hatte sehr viel Ahnung, war auch sonst sehr sympathisch, wenn auch oft etwas verpeilt. Sie erzählte von Kleopatras Selbsttot und den Strukturen, die immer wieder desstört wurden, und den Unterschiedlichheiten zwischen den Leveln der einzelnen Epochen. Bitte versteht mich nicht falsch, ich mache mich überhaupt nicht über die Frau lustig. Vor allem wenn man bedenkt, dass sie erst im Studium Deutsch gelernt hat, war es richtig super. Ich fand es einfach nur sehr witzig. Wenn Nicht-Muttersprachler Deutsch reden, gibt mir das immer sehr viel Anlass, über unsere Sprache nachzudenken und Zusammenhänge zu verstehen, über die ich mir zuvor nie Gedanken gemacht hatte. Also ich hatte meine Freude! Die Reisegruppe bestand aus 24 Leuten und ich fand es angenehm, wie wenig sie genervt haben. Das erlebe ich sonst oft anders. Dauern stehen sie im Weg oder stellen unsinnige Fragen. Das war hier fast nicht der Fall. Treffpunkt war die Basilica dei Santi Cosma e Damiano, wo man kaum man einen ruhigen Gedanken fassen kann, weil partout Männer mit gekühlten Wasserflaschen auf einen zukommen und wirklich pausenlos „waterwaterwaterfreshwatericewaterwaterwater“ rufen. Aber irgendwie auch praktisch, vor allem bei den Temperaturen. Eine Flasche haben wir uns auch jeweils gegönnt. Ansonsten gibt es glücklicherweise unterwegs immer wieder Trinkwasserhähne.



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