Pura vida!

Kaum hat es angefangen, war es auch schon wieder Zeit, Abschied zu nehmen. In so kurzer Zeit war doch eine ziemlich intensive Gemeinschaft entstanden. Welch großartige Gelegenheit, mal in so kleiner Gruppe zusammenzukommen. Für mich persönlich genau richtig. Ja, schön war’s! Aber nicht nur mit Kathy, Bernadette und Kyle hatte ich großes Glück, auch mit den beiden Organisatoren Denise und Chris hatte ich vor allem zum Ende hin ein paar ganz wunderbare Gespräche. Irgendwie toll, die beiden noch etwas näher kennen lernen zu können als letztes Jahr in Österreich. Keine Ahnung, ob wir alle miteinander alltagstauglich wären, aber für genau diese Sorte Reise war es die perfekte Konstellation. Was für eine tolle Gelegenheit, die ich hier wahrnehmen durfte! Ich werde mir für immer ein Stückchen Costa Rica im Herzen bewahren.

Da ich auch heute wieder viel zu früh wach war und mir Denise freundlicherweise ihre Schnorchelutensilien mitgebracht hatte, ging ich kurz nach 7 noch mal runter an Meer, um es dieses Mal noch aus einer anderen Perspektive betrachten zu können. Unfassbar spannend war es allerdings nicht. In erster Linie nur Sand, Steine und ein paar Fische. Da schaut es von draußen doch wesentlich interessanter aus. Zumindest dort am Strand von Manzanillo. Ich kann mir gut vorstellen, dass es an anderen Ecken ganz anders aussieht. Ich habe es trotzdem genossen, nochmal ins Wasser zu kommen.

Mittags wurden wir wieder von unserem 12 jährigen Taxifahrer abgeholt, der uns ganz gemütlich zum Flughafen von Tambor fuhr. Dort waren wir die Letzten, was aber auch nicht schlimm war, vor allem bei den Inlandsflügen nimmt man das nicht so ernst. Wir waren trotzdem noch früh genug da, um 45 Minuten vor offiziellem Abflug bereits loszufliegen. Der Flughafen von Tambor ist nicht mehr als ein kleiner Flugplatz mit Zaun und einem Tisch, der neben dem Eingang steht, an dem das Personal sitzt, dass Ausweise und Tickets kontrolliert. Die Boarding Pässe bei Greenairways sind übrigens solche Papptafeln, die man vor Flugbeginn wieder abgeben muss und die beim nächsten Flug wieder verwendet werden. Der Flug war dieses Mal wesentlich ruhiger und weicher. Und wir hatten das Glück, direkt hinter den Piloten zu sitzen.

Wieder in San José blieb uns nur noch Zeit, um mit Kathy gemeinsam etwas zu essen und mit ein Andenken zu kaufen, und dann gingen Kyle und ich auch schon in den Security Bereich. Was für mich eine total neue Erfahrung war: Dadurch dass Kyle in der Business Class unterwegs ist, konnte ich mit ihm zusammen in die Lounge gehen. Das ist dort ja nochmal echt ein ganz anderes Lebensgefühl. Luxus pur und ein offenes Buffet. So lässt sich das Warten auf den Flieger doch ganz gut aushalten. Mein Sitzplatz im Flugzeug war leider trotz satter Zusatzzahlung, die ich spontan noch zu tätigen hatte, eher enttäuschend. Ja, Fensterplatz, aber unterschied sich gar nicht von einem klassischen EasyJet Sitz. Nun gut. Dafür gibt es Speisen und Getränke. Und Entertainment. Wobei die Kopfhörer, die Air France zur Verfügung stellt, deutlich besser sind als die von KLM. Aber hey, das ist doch Jammern auf hohem Niveau. Und was für ein Sonnenaufgang. Sowas habe ich noch nicht erlebt. Wahnsinnige Farben! Das Foto gibt es so gaaar nicht her.

Noch ein kleiner Nachtrag: Pura vida! Das hört man in Costa Rica recht häufig. Übersetzt heißt es nur „pures/einfaches Leben“, aber es ist ein ganzer Lebensstil. Man sagt es auch zur Begrüßung oder Verabschiedung, eventuell auch als eine Antwort auf ein „Danke“. Kyle erzählte, er habe es auch gehört, als zwei Leute auf der Straße fast einen Unfall hatten. Da sei es eher mit der Betonung einer Beschimpfung verwendet worden. Für mich steht es irgendwie für die entspannte und herzliche und offene Art der Costa Ricaner.



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