Da es jetzt noch 45 Minuten bis zum Frühstück dauert, habe ich gerade noch etwas Zeit, um ein paar Worte zum gestrigen Tag nachzureichen. Was für eine Erfahrung war das gestern für mich. Wahnsinn. Noch einige Wochen früher wäre das nicht möglich gewesen. Unter anderen Bedingungen wäre das nicht möglich gewesen. Doch genau jetzt, genau hier, genau diese Umstände, genau ich. Alles kam genau richtig zusammen. Was für ein überwältigendes Gefühl! Nicht mal unbedingt der Paragliding Flug, auch wenn der richtig richtig richtig gut war und ich überraschend 0% aufgeregt und 100% begeistert war. Doch der zweite Tagespunkt, das Klettern, wow, unübertroffen. Damit will ich gar nicht sagen, dass ich das Klettern an sich so toll fand, wenn dann eher den Ausblick vom obersten Punkt. Aber nein, davon rede ich gar nicht. Doch ich wusste bis zur letzten Minute nicht, ob ich es machen würde. Vor dem Sturz hatte ich keine Angst, da habe ich voll und ganz der Expertise von Chris vertraut. Aber was, wenn ich mich blamiere, wenn meine Kräfte mich verlassen? Und das vor den Augen von sooooo vielen Leuten. Na klar, würden die sich denken, so wie die aussieht, kein Wunder, dass sie das nicht kann. Alle würden mit ansehen, wie ich scheitere. Aber so sind sie nicht, meine lieben Mitstreiter*innen. Ganz im Gegenteil, hier hat man ein Team im Rücken, dass dich feiert, sobald du es nur versuchst. Und mit diesem Support, geteilt mit Adrenalin, Stolz und Abenteuerlust war es am Ende gar nicht so schwer, da hochzukommen. Naja doch, schon ganz schön schwer, aber „nur“ noch physisch. Und ich habe es gemeistert, angeblich sogar „ziemlich schnell“. Bin ja tatsächlich etwas stolz auf mich.
Jetzt sitze ich hier und warte auf’s Frühstück. Wir sind in einer kleinen Gruppe gegen 6 Uhr losgestiefelt, um den Sonnenaufgang zu beobachten. Das ist hier in den Alpen wirklich recht ansehnlich.





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