Mitten im Wald

Ja bitte verzeiht mir den Scherz. Im Wald waren wir nicht so viel, also auch, kurz, aber eigentlich hielten wir uns heute in Mittenwald auf. Das Wetter war ganz prächtig, 23 Grad und Sonnenschein, da mussten wir einfach nochmal raus und hoch auf die Berge. Allerdings ganz behutsam, nicht noch einmal so ein Gewaltmarsch wie gestern. Da kam es ganz gelegen, dass es in Mittenwald zwei Seiten mit Gebirge und Seilbahnen gibt. Also genau genommen eine Seilbahn und ein Sessellift. Vom Sessellift machten wir dann auch Gebrauch. Wieder so ein toller Ausblick, den wir dank der langsamen Fahrt auch in vollen Zügen genießen konnten.

Oben angekommen war die Laune dann eher etwas getrübt. Eine von uns beiden musste sehr dringend auf Klo. Zwar ließ sich das Problem bald lösen, doch stellten wir dabei fest, dass unser Plan für die Abfahrt sich nicht mehr ohne Weiteres in die Tat umsetzen ließ. Hatten wir gestern doch in der Höllentalklamm unser fast letztes Bargeld ausgegeben und heute in der Stadt so schnell keinen EC Automaten gefunden. So standen wir da, gehen doch ab bestimmten Höhengraden Transaktionen nur noch in cash vonstatten. Da fiel es auf einmal gar nicht mehr so leicht, sich über die wunderbaren Wälder und Berge zu freuen, wollten wir doch eigentlich Mountain Carts mieten und damit den Berg hinabdüsen. Karo war dann so freundlich, kratzte ein paar Euro zusammen und gab sie mir, so dass ich wenigstens allein die Fahrt antreten konnte, während sie zu Fuß nach unten wanderte. Hat schon schon Spaß gemacht. Ging auch eigentlich viel schneller als hier auf dem zweiten Video zu sehen ist, nur wäre filmen UND fahren auf einmal bei der Geschwindigkeit echt gefährlich gewesen, weil ich fast die ganze Fahrt über nur die beiden Bremsen gedrückt hielt, da das Cart sonst viiiiiel zu schnell geworden wäre. Und beim dritten Video fuhr ich ja fast in der Horizontalen, daher so langsam.

Anschließend – da ich trödelte und Karo immer recht flink zu Fuß ist, kam sie gerade mal fünf Minuten nach mir unten an – fuhren wir mit dem Auto wieder in die Innenstadt, suchten uns eine Gaststätte und schlugen uns die Bäuche voll. Mitten in meinem Mittagstief musste ich mich dann aber doch motivieren, noch ein paar Schritte zu gehen. Die Stadt ist ja ganz niedlich, aber ein besonderes Highlight – also für manche von uns – stellte das Geigenbau Museum dar. Was gibt’s ja viel zu erzählen? Sind viele Geigen zu sehen. Und andere klassische Musikinstrumente, sowohl bekannte Celli und Bratschen, aber auch abgefahrene Teile wie eine 7-saitige Viola d’amore.

Um wieder etwas mehr Energie zu bekommen, bestand der letzte Plan in Mittenwald noch darin, ein Eis zu essen und dazu einen Kaffee zu trinken. Aber hey, in dem Café gab es auch Windbeutel. Eis kann man immer essen! Uff, da hatte ich mich aber echt übernommen. Das Ding war riesig und vermutlich zum ersten Mal im Leben habe ich es nicht geschafft, einen Nachtisch aufzuessen. Wenn ich nur daran denke, wird mir immer noch übel. Hier nochmal ein Bild von Mittenwald und der gegenüberliegenden Seite, dem Karwendel:

Halb komatös liefen wir zurück zum Auto und fuhren zurück zur Unterkunft (nein, keine Sorge, sobald ich am Steuer sitze bin ich wieder ganz bei mir!). Dort würden Sachen gepackt und ab sofort kann ich euch nichts Spannendes mehr erzählen. Morgen Vormittag fahren wir wieder Richtung Berlin. Schön war es hier. Kein großartiger Urlaub, aber wirklich schön. Erholsam für den Geist, teilweise etwas anstrengend für den Körper. Aber wird durchaus positiv in Erinnerung bleiben.



Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *