Im Tal der Hölle

Klingt nach einem eher negativen Beitrag Titel, oder? Ist es aber gar nicht! Wir waren tatsächlich im Höllental unterwegs, um uns die Höllentalklamm anzuschauen. Bzw durch sie hindurch zu wandern. Und oben drüber. Ich muss gestehen, dass ich meine Ahnung hatte, was mich hier erwartet. Nach der sehr angenehmen und zumindest bezüglich der körperlichen Aspekte entspannten Wanderung durch die Partnachklamm und den im Internet gefunden Infos einer „familienfreundlichen Route“ zur Höllentalklamm, hielt ich die heutige Strecke für verhältnismäßig einfach. Karo warnte zwar vor den 700 Höhenmetern, aber hey, familienfreundlich! Wie schlimm kann das schon sein? Nun ja…

Fangen wir vorn an. Wir fuhren mit dem Auto nach Hammersbach, rund 20 Minuten von Farchant entfernt. Parkplatz voll. Oh je, aber mit dem kleinen Auto findet man immer eine Lücke. 10 Euro Gebühren? Ach was soll’s, dafür ist es nicht so weit zum Eingang der Klamm. 2,1km las ich zuvor. Das ist doch nichts! Sagen wir so: Die Angabe war nicht so gaaaaanz akkurat und die Familienfreundlichkeit, nun, bei Beileid für die Familien. Allein der Aufstieg zur Klamm war also schon mal, sagen wir, eine gewisse Herausforderung. Klar, die Wege breit und sehr gut erhalten, aber halt doch recht steil. Trotzdem wirklich schön. Entlang des Hammersbachs und schon teilweise mit wunderbarem Ausblick auf das Tal.

Wie es sich für touristische Attraktionen gehört, stand bereits eine lange Schlange vor dem Eingang zur Klamm. Aber kein Problem, wie hatten Zeit. Und ich war über die Pause auch nicht undankbar. Als wir dann endlich drin waren, nun, eine Mischung aus Freude und Entsetzen. Also die Klamm ist nicht so schön ebenerdig wie die Partnachklamm. Stattdessen sehr wild und steil, abwechselnd Treppen und Höhlen, alles nass. Es ist, als würde man Pausenlos durch Wasserfälle hindurchlaufen. Das versprach ja anstrengend zu werden. Aber auch schön. Schon abwechslungsreich und schön aufregend und mit schönen Anblicken. Und genau das war es auch. Hier seht ihr ein paar Eindrücke der Wanderung durch die Klamm.

Das kann ich euch sagen, es war nicht nur nass und anstrengend, sondern wirklich die Reise wert. Auch wenn ich leider meine Sonnenbrille in die Fluten des Hammersbachs verloren habe… Zum Glück hatte ich ja noch einen Strohhut auf (tausend Dank, liebste Sophie!) und so waren meine Augen auch weiterhin geschützt. So, und nun sind wir doch am Ende unserer Wanderung und gehen einfach nur wieder zurück, richtig? Wir gefehlt. Sehr weit sogar. Dies war nur eine Teiletappe. Das eigentliche Ziel lautete Höllentalangerhütte. Ich muss gestehen, den Namen habe ich gerade noch einmal recherchiert, merken kann ich ihn mir nicht. Diese Hütte wird klassischerweise von Wahnsinnigen genutzt, die von Hammersbach zum Gipfel der Zugspitze wandern. Allein die Vorstellung bereitet mir Unbehagen! Wir nutzten die Hütte jedoch lediglich für eine Pause mit Getränken und Speisen und guter Gesellschaft. Dieses Federtier setzte sich zu uns und ließ sich füttern. Mit Apfelstrudel (so lecker war der halt auch nicht).

Das war schon mal was Besonderes. Nun also weiter bzw zurück, so dachte ich. Zurück ging es auch, jedoch nur einen Teil der Strecke. Denn Karo hatte noch einen neuen Plan. Nicht durch die Klamm bergab, sondern über den Stangensteig. Also erst einmal wieder bergauf. Dann bergab. Dann bergauf. Dann bergab. Und so weiter. Allerdings weder familienfreundlich noch irgendwie… sicher. Zu Teilen führt dieser Weg nur über einen schmalen Pfad, rechts Wand, links Abgrund. Ich muss zugeben, das war schon ein ganz schöner Nervenkitzel. Nachdem ich mir das Fußgelenk etwas überdehnt und mir eine Bandage rumgewickelt und sämtliche warmen Kleidungsschichten wieder vom Körper gerissen hatte, konnte dieser besondere Teil der Route also losgehen. Um ganz ehrlich zu sein, ein bisschen habe ich mich dabei ja schon übernommen. Also nicht, weil es so gefährlich oder so war. Viel mehr fehlt mir einfach die Kondition dafür. Während ging es noch, aber hinterher spürte ich dann schon recht deutlich, dass ich mir etwas zu viel zugemutet hatte. Aber irgendwie fühlt sich das ja auch mal ganz gut an. Außerdem wurde ich mit atemberaubenden An- und Ausblicken belohnt. Schaut selbst:

Insgesamt waren das am Ende 14,5km (oder sowas in dem Dreh, die Aufzeichnung den neben ist nicht 100%ig genau), 1800 Höhenmeter (durch das viele Auf und Ab), rund 4 Stunden reine Gehzeit, knapp 30.000 Schritte (bei meinen Mini-Schritten bergauf) und 2,5 getrunkene Flüssigkeit.



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