In der Hitze zur Ravennaschlucht

Unsere Wohnung hier ist wirklich toll. Zwar ist die Anfahrt, wie bereits erwähnt, sehr beschwerlich, doch lohnt es sich sehr. Wir haben absolute Ruhe, vor allem nachts (theoretisch könnte ich hier sogar ohne Ohrstöpsel schlafen). Tagsüber machen der Bauer und ein paar Kinder Krach, aber alles absolut im Rahmen und zu Berlin gar kein Vergleich. Wir haben hier zwei Schlafzimmer mit jeweils einem Doppelbett, ein Zimmer hat noch ein Einzelbett, das andere ein Kinderbett. Also ist genug Platz für fünf Erwachsene und ein Kleinkind. Das Wohnzimmer hat einen Tresen mit Kochecke und Kühlschrank und bis auf eine Schere haben wir hier alles, was man so im Alltag braucht. Fernseher gibt es auch, aber allzu viel Zeit haben wir davor noch nicht verbracht.

Nach einem entspannten Frühstück auf der Terrasse fuhren wir gemütlich nach Hinterzarten. Gemütlich deshalb, weil man hier von Kurort zu Kurort fährt, in denen Maximalgeschwindigen von 30 oder 40 kmh vorgeschrieben sind. Und das viele Hoch und Runter in den Bergen lädt nun auch nicht gerade zum Rasen ein. Und erst recht die vielen LKW, die das Tempo zusätzlich drosseln, aber aufgrund der Straßenlage nicht überholt werden können. Aber wir sind ja hier im Urlaub und haben keinerlei Stress, daher für mich gar kein Problem.

In Hinterzarten angekommen war die Temperatur schon auf 28 Grad angestiegen. Das lässt sich durch die Klimaanlage im Auto doch zu schnell vergessen. Aber was soll’s, wie wollten wandern und das taten wir dann auch. Der Weg Richtung Wald gestaltete sich noch als recht unangenehm heiß, doch im Grünen sank die Temperatur recht schnell und so ließ es sich aushalten.

Highlight 1 der Tour war die Ravennaschlucht mit Viadukt. Leider sehen sehr viele Leute dieses Ziel als Highlight, entsprechend war viel los auf den Wanderwegen. Zumindest im Vergleich zu Norwegen. Für unsere Berliner Verhältnisse immer noch sehr harmlos. Speziell in der Ravennaschlucht selbst durch die dort lokalisierten Restaurants und Hotel gab es ein bisschen Aufkommen. Aber bei dem Anblick auch kein Wunder:

Außerdem findet man hier eine Kuckucksuhr mit irgend Superlativ:

Mein Highlight hingegen war eine Ziege. Lasst mich irgendwelche Tiere füttern und ich bin glücklich.

Nach einer Mittagspause mit Milchbrötchen (klassische Urlaubsverpflegung, wenn wir zu zweit unterwegs sind) im Schatten am Bach sitzend, marschierten wir weiter. Ziel der Wanderung: der Piketfelsen. Vorbei an Bächen, Steinen, Wasserfällen, Bäumen, Menschen und noch mehr Bäumen, stand etwa 2km vor dem Ziel der anstrengendste Teil des Ausflugs vor uns, nämlich der Anstieg des Felsens. Das war das doch etwas viel und zu warm und steil. Aber wir haben es geschafft. Oben angekommen war ich zwar zu erschöpft, um die Aussicht zu genießen, aber der Weg ist das Ziel…

Der Rückweg ging überwiegend bergab, wenn auch teilweise durch die pralle Sonne. Trotzdem schön.

Vor allem mit ganzen vielen Pflanzen…

Wieder zurück in Hinterzarten war unser Auto so unerträglich heiß, dass wir es erst etwas abkühlen lassen mussten und selbst dann konnte ich die ersten Minuten nach dem Losfahren das Lenkrad noch nicht richtig festhalten. Aber ein Eis von Edeka hat alles besser gemacht. Zurück in der Wohnung gönnten wir uns einen Durstlöscher, den hatten wir uns auch mehr als verdient. Und ich bekam noch eine ganz wunderbare entspannende Massage…

Hier nochmal zum Nachvollziehen, so sind wir gelaufen:



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