Nach Jerusalem zu kommen war schon etwas schwieriger als die anderen Ziele unserer Reise, denn anhand des Verkehrsaufkommens merkte man schon, dass wir uns nun auf dem Weg in eine Großstadt befanden. Aber alles noch kein Vergleich zu Berlin. Zunächst fuhren wir zur Holocaustgedenkstätte Yad Vashem, da Katrin im Archiv recherchieren wollte, während der Rest der Familie und ich uns den Besucherteil anschauen. Besonders fasziniert haben mich die Bäume, die zu Ehren von Menschen gepflanzt wurden, die während der Nazizeit Juden versteckt haben.
Eigentlich wollten wir am Anschluss die David Zitadelle aufsuchen, doch trieb uns der Hunger einmal quer durch die Altstadt, wo wir in einem Restaurant aßen, dass meine Gastgeber noch von ihrem letzten Besuch der Stadt positiv in Erinnerung hatten. Leider waren die Erwartungen etwas zu hoch, denn die Bedienung war einfach nur unfreundlich und unfähig. Als ich den Teller erhielt, war nicht nur etwas Falsches drauf, auch kam es so spät, dass Jakob und Matthias mit ihrer Pizza schon zur Hälfte fertig waren. Ich nahm es trotzdem. Katrin erhielt dann kurz darauf meine bestellte Pizza, woraufhin klar wurde, dass nicht ich sondern sie nicht ihren Wunsch geliefert bekommen hatte. Katrin wies die Bedienung darauf hin, wollte aber nun bei dem Essen bleiben, dass sie hatte. Als der nach etwa einer Viertel Stunde kam dann noch die eigentliche Bestellung. Und wir waren auch so schon alle ordentlich satt…
Mit runden Bäuchen zogen wir wieder los durch die Altstadt Jerusalem, um zur Westlichen Mauer des alten Tempels zu gelangen, besser bekannt als Klagemauer. Am Eingang zum Innenhof wurden wir ähnlich wie am Flughafen auf Waffen und ähnliche Dinge hin untersucht. An der Mauer hinterließ ich ein Gebet im Auftrag einer guten Freundin. Gute Tat des Tages 😉
Nächstes Ziel: die Grabeskirche. Die Kirche wurde an der überlieferten Stelle gebaut, wo Jesus gekreuzigt und begraben wurde, und gehört somit zu den größten Heiligtümern des Christentums. Hier seht ihr die Kirche und den Salbungsstein, auf dem der Leichnam Jesu für die Bestattung vorbereitet worden sein soll.

Von der Grabeskirche aus ging es weiter die Via Dolorosa entlang, dem Leidensweg Jesu. Zwar erinnern Schilder an den einzelnen Punkten am die Stationen des Weges, doch gehen sie schnell unter, da quasi die gesamte Altstadt nur aus kleinen Verkaufsständen besteht, an denen meinst Männer, vereinzelt auch Kinder, seltener Frauen Tücher, Statuen, Ketten, T-shirts und jeglichen anderen Klimbim an die Touristen zu verkaufen versuchen. Preisschilder sind kaum zu finden, denn was wäre ein guter Einkauf ohne das entsprechende Feilschen vorher?! Durch die Verzögerung mit dem Mittagessen konnten wir dann bedauerlicherweise die David Zitadelle nicht mehr besichtigen, da auch diese, wie so ziemlich alle Sehenswürdigkeiten in Israel, nur bis 17 Uhr geöffnet hatte.
Daher holten wir uns im Supermarkt Getränke und ließen in aller Gemütlichkeit den Abend auf uns zukommen. Etwa ein Stündchen saßen wir noch in Park mit Blick auf Stadt, tranken, erzählten und beobachteten, wie es dunkler wurde. Den Sonnenuntergang selbst konnten wir von dort aus leider nicht sehen, da wir dafür auf der falschen Seite des Berges saßen, auf dem Jerusalem erbaut ist. War aber trotzdem schön.


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