Um noch ein wenig mehr von der Gegend kennen zu lernen, fuhren wir heute mit dem Zug nach Sintra. Zwar war es erstmal ein etwas schwierigerer Akt, den entsprechenden Bahnhof zu finden, doch hat sich der Aufwand dann wirklich gelohnt.
Obwohl der Reiseführer eine Anfahrt mit dem Bus empfahl, entschieden wir uns für einen Fußmarsch zum Castelo dos Mautos, der Maurenburg. Die teilweise enorm steilen Wege haben uns jedoch nicht so sehr an unsere Grenzen geführt wie in unseren letzten Urlauben. Der Sport zählt sich eben aus 🙂 Von der Burg hat man einen zauberhaften Blick auf die Altstadt von Sintra, auf den beeindruckenden Wald drum herum sowie den Palácio Nacional da Pena, wohin wir uns im Anschluss begaben.
Dorthin gelangt man durch den Parque da Pena, in dem zahlreiche Baumarten wie Sequoien und Thujen aus Nordamerika zu finden sind. Der Weg ist ein ständiges Auf und Ab, mit fiesen Steinen und unerwarteten Löchern im Boden. Das Schloss selbst, ein märchenhaftes Schloss von König Dom Fernando II für seine Gemahlin, bietet einen äußerst kuriosen Anblick, eine Mischung aus romantischer, gotischer, manuelinischer, barocker, maurischer und indischer Stilelemente. Wirklich schick ist es nicht, aber trotzdem einen Besuch wert.
Danach ging es noch zu einem Aussichtspunkt, dem höchsten in der Gegend, von wo aus man das ganze Tal, sämtliche Schlösser und Burgen, Wald und Wiese, Wasserfälle und vieles anderes erblicken kann. Nun wollten wir nur nur noch zurück zum Bahnhof, da das viele Laufen mächtig auf die Essen ging, doch es bedurfte einigen Hin und Hers, bis wir endlich unten ankamen. Erschöpft landeten wir dann irgendwann im Zug und düsten heim.
Da wir unbedingt nochmal einen Fado-Abend erleben und Fisch Essen wollten, zogen wir nach einer etwas längeren Verschnaufpause noch einmal los in die Bairro Alto, wo wir bereits gestern Abend waren, um uns in einer Tapas Bar (sehr empfehlenswert: Tapas 28), den Bauch vollzuschlagen. Einer Empfehlung unseres Vermieters folgend suchten wir ein bestimmtes Etablissement auf, das es einfach nicht mehr gibt. Stattdessen landeten wir in einem Restaurant, das ebenfalls einen Fado-Abend bot, mit sehr leckerem Essen, allerdings nur wenig Charme vom Ambiente her. Wir wurden mehr als satt (für Karo gab es Goldbarsch, ich nahm den Tischfisch) und teilten uns auf Grund eines Missverständnisses eine Flasche guten Hausweines. Die Live-Musik war je nach Sänger unerträglich über ganz gut bis hin zur großen Liebe. Ein durchaus gelungener Abend.

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