Ich bin dankbar dafür, heute meine ersten Erfahrungen zum Thema Bildungsurlaub zu machen, auch wenn ich gerade erfahren habe, dass es in Berlin Bildungszeit heißt und der Arbeitgeber ein Recht hat, diese zu verweigern, wenn sie nichts inhaltlich mit dem Job zu tun hat. Zumindest erzählte das Dirk, einer der Kursteilnehmenden. In meiner Rolle als Mental Health Ambassador bei ]init[ habe ich, denke ich, durchaus eine Rechtfertigung, mich eine Woche lang mit dem Thema Emotionale Intelligenz befassen zu dürfen. Aber auch so ist meine Annahme, würde auf Arbeit kein Hahn danach krähen, was genau ich hier mache. Das weiß ich sehr zu schätzen. Der Unterricht findet in der FU International Academy Tenerife in Puerto de la Cruz statt. Scheint wohl in erster Linie eine Sprachschule zu sein (und ich ziehe es ernsthaft in Betracht, irgendwann aus genau diesem Grund nochmal herzukommen). Die Gruppe besteht aus elf Teilnehmenden, die allesamt aus Deutschland kommen (na gut, Noemi stammt tatsächlich hier von der Insel, aber wohnt seit 32 Jahren in Braunschweig). Das Thema der Emotionalen Intelligenz ist für alle außer mich Neuland. Ich hingegen entdecke vieles wieder, was ich schon vor allem in VHS Kursen gelernt habe. Besonders grinsen musste ich, als Martin Seligman genannt wurde, als einer der ersten, die sich mit dem Thema überhaupt befasst haben. Eben jener Martin Seligman, über den ich ein bis zweimal im Jahr auf Arbeit doziere, allerdings im konkreten Zusammenhang mit der Positiven Psychologie. Der gute Mann hat damals als Pionier begonnen, weg vom Krankheitsbild der Menschen hin zu dem zu gehen, was ihnen gut tut. Den Fokus auf das im Leben zu legen, was wir als angenehm empfinden, nicht nur das ständige Augenmerk auf das, was (noch) nicht so ganz gut ist. Ich finde es aber überhaupt nicht schlimm, dass hier viele für mich bekannte Aspekte genannt werden, weil sie hier für mich noch mal wieder anders erscheinen und in einem anderen Licht betrachtet werden können, so dass ich sie neu oder intensiver verinnerlichen kann. Ich hoffe, dass meine gelegentlichen Kommentare im Kurs für die anderen eher bereichernd sind als klugscheißend. Zumindest habe ich den Eindruck. Nur einmal war ich mit etwas unsicher, nicht ein bisschen zu sehr provoziert zu haben, als die Trainerin Adriana davon sprach, dass für sehr viele Menschen das Thema Geld eine große Motivation darstelle, um Dinge zu tun oder nicht zu tun – auch für sie, und ich dann (hinter)fragte, ob es dabei wirklich ums Geld ginge oder ob da nicht ein anderes Bedürfnis steht, wie Sicherheit oder Unabhängigkeit. Sie meinte zwar, das sei eine exzellente Frage, aber war danach irgendwie verhalten. Naja, kann ich mir auch einbilden. Jedenfalls genieße ich den Kurs sehr und bin gespannt, was in den nächsten Tagen noch so kommt.
Als der Kurs halb drei zu Ende war (wer wollte, konnte noch zum optionalen Beach Volleyball gehen, aber ich wollte nicht), fuhr ich kurz zu meiner Unterkunft, die etwa 15 bis 20 Minuten mit dem Auto entfernt liegt, um mich kurz zu sammeln und dann zum Playa de Las Teresitas, einem Saharastrand gaaanz im Osten der Insel, den ich schon Anfang des Jahres besichtigen wollte, es aber nie so richtig passte. Der soll besonders schön sein und im Grunde nur von Einheimischen besucht werden. Nun gut, zum einen finde ich den schwarzen Vulkansand ja schöner als diesen hellen Saharasand und zum anderen waren ja schon ganz schön viele Deutschsprachige (wie überhaupt überall auf der Insel). Ist aber alles nicht weiter schlimm, nur nicht unbedingt mein Favorit, wenn es um Strände geht. Ich saß dann eine Weile im Schatten (weil 27°C dann doch etwas viel sind und ich keine Sonnencreme dabei habe – jaja Sophie, ich weiß!) unter einer Palme und ließ mir noch mal die Weisheiten des Tages durch den Kopf gehen. Das geht bei dieser Kulisse schon ganz gut, Berge (Anaga Gebirge), Meer, Palmen, im Hintergrund die faszinierende Häuser von San Andres…






Mein Highlight waren aber so kleine Quellen im Sand. Ich weiß gar nicht, wie man das am besten beschreiben soll. So kurz vorm Ufer sprudelt da Wasser aus dem Boden und hinterlässt faszinierende Spuren im Sand.

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