Eines hatte ich mir von Anfang an gesagt: Diese krasse Wanderung von letzten Jahr werde ich dieses Mal nicht mitmachen. Daher war ich auch ein bisschen erleichtert, dass der Regen Pläne wie eben diese Wanderung verhindert hat. Entsprechend entspannt bin ich in den Tag gestartet. Nun gut, die sind Ashtanga Yoga mit Chris heute Morgen war nicht so entspannt und tatsächlich musste ich auch hier und da mal aussetzen, weil es zu schwer für mich war bzw das viele Auf und Ab nicht so super für meinen Kreislauf war. Trotzdem kam hinterher unter vier Augen von Chris ein anerkennendes „hast super mitgemacht!“. Vielleicht ein bisschen herablassend, aber er hat es wirklich nur lieb gemeint, da bin ich sicher. Nach dem Frühstück sollte es dann eine niedrigschwellige Wanderung geben. Da zunächst sogar noch die Rede davon war, zu wandern und zu klettern, war der Gedanke recht nahe, dass wir nur zu dem 2,5km entfernten Gasthof wandern. Vicky, die heute die Reiseleiterin war, schlug auch erst eine leichte Route ein. Bin ich also auf der sicheren Seite – dachte ich. Aber dann drehte sie um, wir waren falsch abgebogen. Langsam dämmerte es mir, dass es DOCH die Strecke vom letzten Jahr war. 10km insgesamt. Und das teilweise im Regen. Ziel war ein Gasthof, die Sonnenalm. Da habe ich dann mit mir gekämpft, ob ich nicht einfach umdrehen sollte. Damals hatte mich die Wanderung zu sehr gefordert, die steilen Steigungen einfach zu viel. Aber tatsächlich habe ich seit damals keine Wanderung mehr gemacht, aus Angst, wieder so zu verzweifeln. Irgendwie musste ich mir beweisen, dass es geht. Zum Glück hatte ich meine Kopfhörer dabei und da ich den Weg schon kannte, durfte ich einfach total gemütlich in meinem Tempo laufen. Und so anstrengend es auch war, so sehr mir die Lunge auch schmerzte, ich konnte es schaffen. Als ich vor der Gaststätte gerade „I’ll be fine“ auf meinen Kopfhörern hörte, flossen mir die Tränen. Ich werde es schon schaffen, als wird gut sein. Welch Endorphine mich in dem Moment durchfluteten, Wahnsinn!












Durchgefroren, wie ich hinterher war (morgens waren es fünf Grad draußen), war Sauna die einzige richtige Entscheidung. Dann Yoga Stunde mit Denise mit einer Embodiment Übung und dann Yin Yoga. Heute alles zum Element Erde. Ja, auch mit flossen währenddessen die Tränen, aber da war ich nicht die einzige. Laut Denise kann Yoga zum Erdelement diese Reaktionen auslösen, es sei gar nicht so selten. Mir ging vorallem das letzte Jahr mit all seinen schweren Momenten durch den Kopf, die Schmerzen, die in mir ausgelöst wurden, aber auch die Entscheidung, das hinter mir zu lassen. Ich kann nicht immer wieder predigen, dass jeder für seine eigenen Gefühle verantwortlich ist, wenn ich mich selbst durch das Verhalten anderer unterziehen lasse, vor allem wenn es in der Vergangenheit liegt. Ich glaube, ein Teil in mir hat mich ewig auf einen Punkt gewartet, ein Verhalten oder Worte. Dabei ist es einfach nur meine Entscheidung, die den Schalter umlegen kann. Und das gilt ganz besonders beim Thema Misstrauen. Also muss ich in mich gehen und Vertrauen bei mir suchen.
Und nun freue ich mich auf morgen. Es ist Zeit, nach Hause zu reisen. Ja, auf die Bahnfahrt habe ich keine Lust, aber was solls, da konnte ich nicht drum herum. Ich kann es kaum erwarten, wieder die Stimmen meiner Lieben zu hören. Ich hoffe auf die eine oder andere Sprachnachricht in Abwesenheit.

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