Jetzt geht’s los

So, nun können loslegen. Als ich heute Morgen aufwachte, war Kyle bereits zu uns gestoßen. Er und Kathy saßen in der Küche und sprachen über Sternzeichen, als ich gerade zu ihnen stieß. Auch wenn wir uns noch nie zuvor gesehen haben, umarmten wir uns zur Begrüßung wie alte Freunde. Außerdem ließ er mich eine Karte ziehen. Ein Mantra des Tages. „Ich bin offen. Meine Verletzlichkeit ist meine Stärke, nicht meine Schwäche…“ Zu dritt machten wir uns dann auf den Weg zum Supermarkt, um ein bisschen Frühstück zu kaufen. Ich bin ja eigentlich nicht so der Fan von Ananas, aber die hier schmecken einfach nochmal ganz anders. Richtig richtig lecker. Wir stellten fest, dass Gelb die Farbe des Tages ist, wie ihr auch auf dem Bild gut sehen könnt.

Die Zeit nach dem Frühstück galt der Bestellung eines Taxis, das uns zurück zum Flughafen bringt. Kathy hatte die Nummer des Fahrers, der sie gestern zur Unterkunft gebracht hatte, daher stellten wir uns dieses Unterfangen als sehr einfach vor. War es dann aber leider nicht. Denn Danny war bei einer anderen Fahrt. Aber er würde uns einen anderen Fahrer organisieren. Der andere Fahrer konnte dann aber doch nicht. Die Zeit wurde immer knapper und wäre ich allein gewesen, hätten es meine Nerven gewiss nicht ausgehalten. Aber da wir zu dritt waren und die beiden sehr proaktiv und kommunikativ sind, konnte ich die Verantwortung zum Glück abgeben. Ich weiß schon, warum ich jemand bin, der hervorragend im Vorfeld Pläne schmiedet, Buchungen übernimmt, Flüge und Unterkünfte organisiert. Aber wenn schnell etwas gemacht werden muss, bin ich einfach überfordert.

Am Ende haben wir aber eins bekommen und sind absolut rechtzeitig am Flughafen angekommen. Der Checkin verlief super entspannt und sogar Flüssigkeiten dürfen in beliebigen Mengen mit im Handgepäck transportiert werden. Befremdlich nur, dass man sich selbst mit Handgepäck einmal auf eine Waage stellen muss. Am Flughafen saßen wir dann gar nicht mal so furchtbar lang, weil das Flugzeug, eine kleine Propellermaschine, einfach mal eine Stunde früher startete als geplant. Was aber kein Problem war, da alle 12 Passagiere bereits da waren. Während man bei den großen Airlines so oft alles extra bezahlen muss, war hier ein Getränk bereits inbegriffen. Vor dem Flieger stand eine mit Eiswasser gefüllte Kühltruhe, aus der man sich wahlweise Wasser (agua) oder Bier (cerveza) nehmen konnte. Zwar nahm ich mir ein Bier, doch entschied ich mich recht weise dafür, es vorerst nicht zu trinken. Auch so musste ich ganz schön auf meine Atmung achten, damit mir nicht schlecht wurde. Der Flug mit so einer kleinen Maschine ist echt noch mal was anderes. Man spürt jedes mich so kleine Luftloch und mehr als nur einmal war ein aufgeregter Aufschrei eines Passagiers zu hören. Aber was für einen tollen Blick man hier auf das Land bekommt!

In Tambor angekommen war die Suche nach einem Taxi recht einfach, denn ein Taxiunternehmen steht gleich bereit und bietet jedem Aussteigenden eine Fahrt an. Der Flughafen von Tambor ist… im Grunde nur ein Flugplatz mit einem Zaun drum. Am Ausgang ist eine Kabine, in der jemand sitzt und vermutlich beim Checkin die Passagiere kurz überprüft. Unser Taxi fuhr uns mit einem kurzen Zwischenhalt an einer Bank, weil ja nur Barzahlungen möglich sind, nach Manzanillo zu unserer Unterkunft. Und was soll ich sagen? Der Taxifahrer verließ uns mit den Worten „Willkommen im Paradies“ und genau das ist es. Paradiesisch! Hier gibt es Mangobäume, Bananenbäume, Mandelbäume, Palmen, Affen, Blick auf den Pazifik. Während ich das hier schreibe, höre ich Wellenrauschen, Grillenzirpen, hin und wieder mal eine Fledermaus oder Brüllaffen.

Nach einem Snack aus Obst, Nachos und Guacamole, die Bernadette, die vierte Teilnehmerin im Bunde, für uns zubereitet hatte, stießen auch Denise und Chris mit Makaio zu uns. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg zum keine fünf Minuten entfernten Strand. Dort badeten wir ausgiebig. Da Wochenende ist, war der Strand eher voll. Für Costa Rica Verhältnisse. Wir haben bestimmt… zehn Leute oder so gesehen. Unter der Woche sei da wohl so gut wie niemand. Das Wasser ist ein Traum. Die Temperatur ist so perfekt, dass man die gar nicht spürt. Es ist warm, aber nicht zu warm, dass es zum Schwimmen zu unangenehm ist. Die Wellen sind hier in der Ecke auch total harmlos. Ich habe mich tatsächlich eine Weile treiben lassen und dabei meditiert. Und Pelikane beobachtet. Einer stürzte sich sogar in unserer Nähe ins Wasser, um einen Fisch zu fangen.

Auf dem Rückweg hörten wir die Affen (monos) nicht nur, wir sahen sogar welche. Hier im Bild leider nur schwer zu sehen, weil so weit oben im Baum. Da links der dunkle Punkt, das ist einer.

Wir kehrten dann rechtzeitig wieder zur Villa zurück, um zum Sonnenuntergang Yoga zu machen. Da wird einem schon ganz anders! Im positiven Sinne natürlich. Eine wirklich atemberaubende Erfahrung! Und das Yoga an sich tat sowieso gut, vor allem nach den Strapazen der letzten Tage.

Zum Abendessen bereitete Chris noch hervorragenden frisch gefangenen Fisch zu. Thunfisch und noch irgendwas. Ich mag Thunfisch ja eh, aber der hier war fast so gut wie der Lachs, den wir in Schweden hatten.

Tja, das war mein Tag. Achso, um die Liste der Tiere, die ich heute gesehen habe, noch zu ergänzen: Zwei Leguane und ein Geier waren auch mit dabei.



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