{"id":4611,"date":"2025-11-10T21:17:14","date_gmt":"2025-11-10T20:17:14","guid":{"rendered":"http:\/\/interpuli.wordpress.de\/?p=4611"},"modified":"2025-11-10T21:17:14","modified_gmt":"2025-11-10T20:17:14","slug":"gewaltfrei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/interpulisurlaub-x3tdi2us5s.live-website.com\/en\/gewaltfrei\/","title":{"rendered":"Gewaltfrei"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich werde vermutlich in den kommenden Tagen gar nicht so viel zu erz\u00e4hlen haben, weil ich in erster Linie den Kurs vom Bildungsurlaub besuchen werde und gar nichts gro\u00dfartiges unternehmen werde. In diesem Jahr ist das nun das sechste Land, das ich besuche, nach Polen, Griechenland, \u00d6sterreich, Albanien, Marokko nun also Spanien. Vielleicht ist das einer der Gr\u00fcnde, warum ich so m\u00fcde bin. Das Reisen bereitet mir gro\u00dfe Freude, bitte versteht mich nicht falsch. Aber es laugt auch aus. Ich denke, anl\u00e4sslich des 40. Geburtstages kann man sich das schon mal leisten, aber auf Dauer ist das nicht aufrecht zu erhalten, weder physisch noch finanziell. Emotional vielleicht noch am ehesten, denn jede Reise bereichert enorm. Und diese hier ist ja auch noch lange nicht vorbei, es gibt noch viel zu lernen. Wie viel ich tats\u00e4chlich vom Kurs mitnehmen werde, wird sich noch zeigen. Aktuell befassen wir uns nur mit Gewaltfreier Kommunikation, auf einem Level, das f\u00fcr mich nur Wiederholung ist. Aber schadet ja auch nichts. Ich selbst bin weit davon entfernt, gewaltfrei zu kommunizieren. In Teilen gelingt es mir hier und da und vieles ist in meinen Augen auch selbstverst\u00e4ndlich. Doch im Gro\u00dfen und Ganzen lasse ich mich noch zu alten Methoden hinrei\u00dfen. Ich WEI\u00df, dass niemand Gef\u00fchle bei anderen versuchen kann, sondern diese maximal ausl\u00f6st. Dass nur ich selbst die Verantwortung f\u00fcr meine Emotionen trage. Genau so WEI\u00df ich, dass ich nicht in die K\u00f6pfe und Herzen meiner Mitmenschen schauen kann und anhand des Verhaltens nicht automatisch auf die dahinterliegenden Gef\u00fchle und Bed\u00fcrfnisse schauen kann. Und doch schlie\u00dfe ich zu oft von mir auf andere oder tendiere zu Schubladendenken. Das ist evolution\u00e4re auch so vorgesehen. Vor allem f\u00fcr hochsensible Menschen wie mich mitunter zwingend n\u00f6tig, denn zu viele Reize auf einmal k\u00f6nnen nicht ausgewertet werden, die Schubladen sind daf\u00fcr da, Erfahrungen zu gruppieren und sortieren, damit nur noch ein Teil der Reize bewertet werden muss. Doch besteht die eigentliche Kunst darin, eben nicht mehr zu bewerten, sondern zuzulassen, dass die Reize einfach nur sind. Nicht irgendwie sind. Sondern einfach sind. Sie existieren. Das ist unfassbar schwer auszuhalten, vor allem eben f\u00fcr Menschen, deren Antennen noch feiner sind als die anderer. Doch es ist nicht unm\u00f6glich. Akzeptanz ist das Stichwort. Erstmal gar nicht die Akzeptanz der Reize, sondern Akzeptanz dessen, dass sie nicht bewertet werden. Das gilt auch f\u00fcr meine Mitmenschen. Ich muss sie nicht bewerten. Sie d\u00fcrfen einfach nur sein. Heute so, morgen so. Stattdessen kann ich lernen, meinen Fokus zu \u00e4ndern. Es ist schon ganz cool, die K\u00f6rpersprache anderer lesen zu k\u00f6nnen. Doch ohne \u00dcbersetzung k\u00f6nnen wir nie sicher sein, dass wir korrekt interpretieren. Ich kenne das ganz gut von mir selbst: Wie oft wird mir eine ablehnende oder w\u00fctende Haltung unterstellt. Dabei steckt dahinter Unsicherheit und das Bed\u00fcrfnis, mich selbst zu sch\u00fctzen, vor eventuellen (emotionalen) Schl\u00e4gen. Wie ich sie bereits zu gen\u00fcge erlebt habe. Wenn mich jemand &#8222;bockig&#8220; nennt (und ja, das ist gar nicht so lange her), bin ich eigentlich nur dabei, mir allen Kr\u00e4ften meine Contenance zu bewahren. Weil ich \u00fcberfordert, \u00fcberreizt bin. Und obwohl ich das wei\u00df, erlaube ich mir zu oft, das Verhalten, Mimik und Gestik und auch Sprache anderer zu interpretieren. Wie hoch ist da eigentlich die Trefferwahrscheinlichkeit? Wenn ich das nicht tue, bin ich doch eigentlich viel offener und in der Lage, meinem Gegen\u00fcber das Gef\u00fchl zu geben, gesehen zu werden, so richtig gesehen. Auf Augenh\u00f6he. Weil ich erst dann richtig zuh\u00f6ren kann und nicht vorab eine Meinung bilde. Das ist definitiv eine F\u00e4higkeit, die ich gern erlernen w\u00fcrde. Aber ich f\u00fcrchte, da gibt es keinen Kurs f\u00fcr, das muss das Leben lehren. In Kombination mit der entsprechenden Grundeinstellung. Werde ich hier zu philosophisch? <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich sitze inzwischen im Bett und halte nur noch mit M\u00fche meine Augen offen. Es ist gerade einmal kurz nach 8 Uhr, aber die letzten N\u00e4chte waren einfach zu kurz, heute m\u00f6chte ich mit mehr Raum geben f\u00fcr Ruhe und Erholung. Gerade bin ich noch hier durchs Dorf spaziert, Valleseco, noch ein St\u00fcckchen nord\u00f6stlicher (wenn die Karte in meinen Kopf stimmt) als Santa Cruz. Die Stra\u00dfen hier sind sehr steil und ich vermute, dass alle Menschen, die hier wohnen, einen Knackarsch haben, vom vielen Hoch- und Runterlaufen. Aber es sch\u00f6n, auf seine Weise. Vor allem schon ruhig, weil die Stra\u00dfen zu eng sind f\u00fcr den Autoverkehr (mit M\u00fche und Not w\u00fcrde man durchkommen, aber es ist kein Vergn\u00fcgen). Ich genie\u00dfe es, hier zu sein. Und die lustige Sprache, die die Leute hier sprechen (es ist wohl dem s\u00fcdamerikanischen Spanisch \u00e4hnlicher als dem europ\u00e4ischen). Ich liebe es, dass mir im Supermarkt immer ein Bolsita angeboten wird, also kein Bolsa (T\u00fcte oder Beutel), sondern ein Beutelchen. Das klingt immer so niedlich. Und ich genie\u00dfe mein Bett. Dem ich jetzt meine volle Aufmerksamkeit schenken werde. In dem Sinne: Adio y buena noche! (Hier seht ihr am Ende ein paar H\u00fchner, die mich vorhin \u00fcberrascht haben, weil sie einfach in diesem Busch sa\u00dfen und losgackerten, als ich vorbeilief.) <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4606\" src=\"https:\/\/interpuli.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/pxl_20251110_1558190716301454020692523560.jpg?w=771\" alt=\"\" class=\"wp-image-4606\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4610\" src=\"https:\/\/interpuli.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/pxl_20251110_15584680988309594465890051.jpg?w=771\" alt=\"\" class=\"wp-image-4610\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4607\" src=\"https:\/\/interpuli.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/pxl_20251110_1820185068761067317022865017.jpg?w=771\" alt=\"\" class=\"wp-image-4607\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4608\" src=\"https:\/\/interpuli.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/pxl_20251110_1824341747413227446980477799.jpg?w=771\" alt=\"\" class=\"wp-image-4608\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4609\" src=\"https:\/\/interpuli.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/pxl_20251110_1824465475132460851733490793.jpg?w=771\" alt=\"\" class=\"wp-image-4609\" \/><\/figure>\n<\/figure>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich werde vermutlich in den kommenden Tagen gar nicht so viel zu erz\u00e4hlen haben, weil ich in erster Linie den Kurs vom Bildungsurlaub besuchen werde und gar nichts gro\u00dfartiges unternehmen werde. 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