{"id":4408,"date":"2025-11-05T17:14:00","date_gmt":"2025-11-05T16:14:00","guid":{"rendered":"http:\/\/interpuli.wordpress.de\/2025\/11\/05\/mehr-meer\/"},"modified":"2025-11-05T17:14:00","modified_gmt":"2025-11-05T16:14:00","slug":"mehr-meer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/interpulisurlaub-x3tdi2us5s.live-website.com\/en\/mehr-meer\/","title":{"rendered":"Mehr Meer"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie es sich f\u00fcr ein Luxushotel geh\u00f6rt, gab es heute auch ein Luxusfr\u00fchst\u00fcck. Bei Bedarf sogar mit individuell zubereitetem Omelett. Mit reichte allerdings der Joghurt v\u00f6llig aus. Frisch gest\u00e4rkt begann die Weiterfahrt um kurz nach neun, heute also alles mal etwas entspannter. Erster Halt des Tages: Taghazout, Surferparadies. Mustafa f\u00fchrte uns durch die Stra\u00dfen der Stadt und anschlie\u00dfend an einen Strand au\u00dferhalb. Der Sand hier, wie auch in Agadir, ist so unfassbar weich. Keine Steinchen, so gut wie kein M\u00fcll, ein paar wenige Muscheln, aber vor allem heller weicher Strandsand am Sandstrand. Das nutzte ich aus f\u00fcr einen kleinen Spaziergang allein &#8211; auch weil ich eine Toilette suchte. Nach einer Weile wurde ich von einem Marokkaner angesprochen. Wir f\u00fchrten etwas Smalltalk (sein Sohn wohnt in M\u00fcnchen, wie ich erfuhr) und dann fragte er mich, ob ich einen Kaffee mit ihm trinken m\u00f6chte. Ich musste aber wirklich dringend auf Klo und lehnte ab. Nicht weit entfernt lag ein Restaurant, bei dem ich einen Schl\u00fcssel f\u00fcr das Badezimmer erhielt. Zum Dank dr\u00fcckte ich dem Kellner 20 marokkanische Dirham in die Hand (etwa 2 Euro), der wollte aber, dass ich wartete&#8230; damit er mir Wechselgeld geben konnte, 150 Dirham. Absurd. Ich lehnte ab, aber er bestand drauf. Auf dem Weg zur\u00fcck zur Gruppe sprach mich der erste Mann wieder an. Er wollte heute Abend mit mir ausgehen. Sehr h\u00f6flich allerdings. Ich lernte erneut ab, die Gruppe wartete bereits auf mich. Er akzeptierte meine Antwort und w\u00fcnschte mir einen sch\u00f6nen Tag und angenehmen Aufenthalt in Marokko. Er war wirklich \u00fcberhaupt nicht aufdringlich und ich sehr geschmeichelt von seiner Einladung. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4392\" src=\"https:\/\/interpuli.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/pxl_20251105_0932381715053446195616840894.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-4392\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4394\" src=\"https:\/\/interpuli.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/pxl_20251105_0938391574377516344953719765.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-4394\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4395\" src=\"https:\/\/interpuli.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/pxl_20251105_0943253077693397006678177999.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-4395\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4391\" src=\"https:\/\/interpuli.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/pxl_20251105_0945493878037833403320925407.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-4391\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4393\" src=\"https:\/\/interpuli.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/pxl_20251105_0950184943079590076572700888.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-4393\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4396\" src=\"https:\/\/interpuli.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/pxl_20251105_0950361587140647131682756632.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-4396\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4397\" src=\"https:\/\/interpuli.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/pxl_20251105_1023148082279140916579872406.jpg?w=771\" alt=\"\" class=\"wp-image-4397\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4398\" src=\"https:\/\/interpuli.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/pxl_20251105_1044072805003297356062955448.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-4398\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4399\" src=\"https:\/\/interpuli.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/pxl_20251105_1108465968201751812340414898.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-4399\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf dem letzten Bild hier seht ihr \u00fcbrigens ein Schild, wie es hier nicht un\u00fcblich ist: dreisprachig. Das erste sind berberische Buchstaben, dann Arabisch und dann Englisch, auch wenn es sonst meist eher Franz\u00f6sisch ist. Wenn wir schon bei Berberisch sind, m\u00f6chte ich gern ein paar Worte zu den Ureinwohnern Marokkos erz\u00e4hlen. Die Berber \u2013 oder wie sie sich selbst nennen, Imazighen, was \u201efreie Menschen\u201c bedeutet \u2013 leben seit Jahrtausenden in Nordafrika, lange bevor die Araber im 7. Jahrhundert kamen. Ihre Kultur ist tief mit der Natur, den Bergen und W\u00fcsten verbunden, und ihre Sprache, das Tamazight, wird bis heute in verschiedenen Dialekten gesprochen. Viele Berber leben in den Atlasgebirgen oder in Oasenregionen, wo alte Traditionen wie Handwerkskunst, Musik und Nomadentum noch stark verwurzelt sind. Auch wenn der arabische Einfluss im Laufe der Geschichte dominanter wurde, pr\u00e4gen die Imazighen bis heute das kulturelle Gesicht Marokkos: stolz, gastfreundlich und voller Geschichten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viel Zeit blieb uns nicht, denn wir hatten noch etwas vor: ein Besuch bei einer Cooperative, wie sie es hier nennen, \u00e4hnlich wie gestern mit dem Safran, nur heute gab es \u00d6l. Genauer genommen Argan\u00f6l. Argan\u00f6l wird aus den Kernen der Fr\u00fcchte des Arganbaums gewonnen, der fast ausschlie\u00dflich im S\u00fcdwesten Marokkos w\u00e4chst. Die Herstellung ist aufwendig: Die harten N\u00fcsse werden von Hand aufgeschlagen, die Kerne ger\u00f6stet (f\u00fcr Speise\u00f6l) oder kalt gepresst (f\u00fcr Kosmetik). Das goldene \u00d6l gilt als \u201efl\u00fcssiges Gold Marokkos\u201c \u2013 reich an Vitamin E und unges\u00e4ttigten Fetts\u00e4uren, wird es sowohl f\u00fcr Haut- und Haarpflege als auch in der K\u00fcche verwendet und ist ein wichtiges Einkommens- und Kulturgut der Berberfrauen, die die traditionelle Herstellung bewahren. Besonders sch\u00f6n fand ich den Empfang der Damen, die das \u00d6l herstellen, denn die sangen und trommelten zun\u00e4chst ein traditionelles Berberlied f\u00fcr uns. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4400\" src=\"https:\/\/interpuli.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/pxl_20251105_1418382921156304657322468583.jpg?w=771\" alt=\"\" class=\"wp-image-4400\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4401\" src=\"https:\/\/interpuli.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/pxl_20251105_1416509152007360629741726914.jpg?w=771\" alt=\"\" class=\"wp-image-4401\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4403\" src=\"https:\/\/interpuli.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/pxl_20251105_1421235365141462425240014968.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-4403\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4402\" src=\"https:\/\/interpuli.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/pxl_20251105_1423219217009156904002007676.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-4402\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4405\" src=\"https:\/\/interpuli.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/pxl_20251105_1425041632042156946429223506.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-4405\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-video\"><video controls src=\"https:\/\/interpuli.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/pxl_20251105_142343109.mp4\"><\/video><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und nun sind wir in unserer Unterkunft in Essaouira angekommen und lassen den Abend ruhig angehen. Ich bin mal gespannt, wie sanft ich morgen fr\u00fch aus dem Schlaf gerissen werde, denn anscheinend ist direkt neben meinem Fenster ein Lautsprecher, \u00fcber den der Ruf des Muezzin zu h\u00f6ren ist. Kurz vor Sonnenuntergang erklingt der erste Ruf, zwei Stunden nach Sonnenuntergang der letzte. F\u00fcr die, die das (noch) nicht kennen: Der Ruf des Muezzins, der Adh\u0101n, ist ein fester Bestandteil des islamischen Alltags. Er ert\u00f6nt f\u00fcnfmal t\u00e4glich, jeweils kurz vor den Gebetszeiten \u2013 vor Sonnenaufgang, mittags, am Nachmittag, bei Sonnenuntergang und am Abend. Der Muezzin spricht oder singt dabei einen traditionellen arabischen Text, der die Gl\u00e4ubigen an das Gebet erinnert. Der Wortlaut ist im Kern \u00fcberall gleich, nur die Melodie und der Stil unterscheiden sich je nach Region und Muezzin. In Marokko wird der Ruf meist \u00fcber Lautsprecher von der Moschee aus \u00fcbertragen und ist besonders in den fr\u00fchen Morgenstunden deutlich zu h\u00f6ren. Fr\u00fcher diente er dazu, die Menschen in den D\u00f6rfern und St\u00e4dten zu informieren, heute ist er vor allem ein Zeichen lebendiger religi\u00f6ser Tradition.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4407\" src=\"https:\/\/interpuli.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/pxl_20251105_1527049272489795232653034221.jpg?w=771\" alt=\"\" class=\"wp-image-4407\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"4409\" src=\"https:\/\/interpuli.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/screenshot_20251105-2246415805112325730987795.png?w=459\" alt=\"\" class=\"wp-image-4409\" \/><\/figure>\n<\/figure>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie es sich f\u00fcr ein Luxushotel geh\u00f6rt, gab es heute auch ein Luxusfr\u00fchst\u00fcck. 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