{"id":2002,"date":"2022-08-26T21:06:05","date_gmt":"2022-08-26T20:06:05","guid":{"rendered":"http:\/\/interpuli.wordpress.de\/?p=2002"},"modified":"2022-08-26T21:06:05","modified_gmt":"2022-08-26T20:06:05","slug":"rueckblick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/interpulisurlaub-x3tdi2us5s.live-website.com\/en\/rueckblick\/","title":{"rendered":"R\u00fcckblick"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Inzwischen bin ich wieder gut gelandet. Habe gestern erst noch einen Zwischenstopp in N\u00fcrnberg gemacht, um Vasco seine dort lebenden Verwandten zu zeigen, und bin dann noch f\u00fcr eine Nacht in der N\u00e4he von Hof bei meiner Tante geblieben. Heute fr\u00fch ging es dann bis ganz nach Hause, wo ich gegen Mittag ankam. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"2001\" src=\"https:\/\/interpuli.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/img_20220825_172432.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-2001\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Reise war f\u00fcr mich etwas ganz Besonderes. Mein erster Urlaub allein, aber nicht nicht deshalb. Es waren wirklich gro\u00dfartige Momente f\u00fcr mich, die mich gewiss bei meinem Wachstum voran gebracht haben. War mein Leben bisher gepr\u00e4gt von \u00c4ngsten, Kummer und Zweifel, Jahre und Jahre der Therapie und Coachings und und und&#8230; Doch nun war es soweit, endlich einen gro\u00dfen Schritt nach vorn zu machen. Allein reisen hei\u00dft ja nicht unbedingt, ohne Gesellschaft zu reisen. Und diese Gesellschaft hier hatte es in sich. So zauberhafte Menschen, so wertvolle Gespr\u00e4che, so wundervolle Begegnungen. Aber auch mich selbst konnte ich neu kennen lernen. Seit 25 Jahren habe ich immer sehr genau auf dem Schirm, was ich nicht kann, was ich falsch mache, wie ich mich unangemessen benehme, wie schei\u00dfe ich aussehe und \u00fcberhaupt, warum ich so gnadenlos schlecht bin. Wie viele Tr\u00e4nen sind geflossen, weil ich mit mir und meinem Leben so wahnsinnig unzufrieden war. Ich muss mich \u00e4ndern, um was Gutes zu sein. Aber zu \u00e4ndern ist mehr, als ich schaffe. Also aufgeben? Peu a peu bin ich aber zu dem Punkt gekommen, dass ich vielleicht doch auch ganz okay bin, die eine oder ganze Sache gut mache und es im Grunde vielleicht sogar gar nicht so wichtig ist, wie ich aussehe, dass ich neue Erfahrungen machen kann und muss, um endlich meine Jugend aus meinem Nervensystem zu verbannen. Es gibt Menschen, die mich genau so m\u00f6gen, wie ich bin. Warum sollte ich das nicht auch tun? Jetzt war es soweit, einen gro\u00dfen Schritt zu machen und etwas zu wagen, was ich mir vor einem halben Jahr niemals ertr\u00e4umt hatte, weil ich zu gro\u00dfe Angst davor hatte. Und wenn man erstmal damit anf\u00e4ngt, dann ergeben sich so viele gro\u00dfartige Dinge. Dann traut man sich auch noch dies und jenes zu. Und dabei zu sehen, dass man es auch schafft, ist eine ganz wertvolle Erfahrung. Ich habe auf dem Heimweg sehr viel \u00fcber den Begriff des Selbstvertrauens nachgedacht. Ich habe kein Selbstvertrauen, hatte ich nie. Aber was ist das \u00fcberhaupt? Was f\u00fcr ein seltsames abstraktes Konzept. Und wenn ich ehrlich bin, ist es f\u00fcr mich bisher immer eine Au\u00dfenwirkung gewesen. Wie man auf andere wirkt. Jemand tritt voller Selbstvertrauen auf, hei\u00dft, er hat keine Angst und kann Dinge. So ganz vereinfacht ausgedr\u00fcckt. Dabei ist es doch so viel mehr. Und auch irgendwie total falsch. Es steckt ja schon das Wort &#8222;selbst&#8220; mit drin, daher kann da ja nur ein introspektiver Prozess stattfinden. Ist es nicht das, was ich hier beim Autofahren den Berg hinauf gemacht habe? Es war eine wirklich nicht einfache Strecke, mit der Steigung und dem Schotter und der engen Stra\u00dfe. Aber ich habe gar nicht gro\u00df dr\u00fcber nachgedacht. Ich wusste, ich muss da jetzt irgendwie hoch, aber eigentlich kann ich das ja auch. Bin doch schon h\u00e4ufiger kleine Steigungen gefahren. Warum sollte das jetzt hier nicht funktionieren? Und ich muss ja nicht gleich an die ganze Route denken. Immer nur einen kleinen Abschnitt nach dem anderen. Daf\u00fcr war das Klettern die beste \u00dcbung meines Lebens. Ich bin jemand, der am liebsten alles durchplant, wissen will, was als n\u00e4chstes passiert, so wenig wie m\u00f6glich dem Zufall \u00fcberlassen. Aber veim Klettern in den Bergen geht das einfach nicht. Man kann immer nur eine Bewegung machen. Einen Fu\u00df, dann die Hand, dann der andere Fu\u00df, dann die andere Hand. Und bei jeder Bewegung neu schauen: Wo bin ich gerade und welches ist der n\u00e4chste Punkt. Mitunter stellt man fest, dass der vorherige Schritt Unsinn war. Dann macht man einen zur\u00fcck und w\u00e4hlt einen anderen Haltepunkt. Aber man wei\u00df nie die ganze Route. Das soll mir eine Analogie f\u00fcrs Leben sein. Klar kann und muss man Dinge planen. Aber was f\u00fcr tolle M\u00f6glichkeiten ergeben sich, wenn man mal was dem Zufall \u00fcberl\u00e4sst? Und ich habe das Zeug dazu. Ich kann Dinge. Ich kann einen Schritt nach dem anderen machen. Ich habe die Kraft dazu. Mein K\u00f6rper ist stark genug. Ich bin stark genug. Wahnsinn. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber sowas l\u00e4sst sich halt auch viel leichter erkunden, wenn man so ein gro\u00dfartiges Team hinter sich zu stehen hat. So wundervolle Leute, die einem einfach nur Gutes w\u00fcnschen. So ganz echt und von Herzen. Die dich respektieren und feiern. So wie man eben ist. Und damit meine ich nicht nur die Teilnehmenden des Retreats, auch die Lehrer*innen und Assistentinnen. Alle. Ich habe es selten erlebt, dass sich so viele Menschen auf einer Ebene begegnet sind. Und hier ist es egal, wer welchen &#8222;Rang&#8220; hat. Lehrer, Assistent, Sch\u00fcler oder Tellerw\u00e4scher. Alle sind Yogis, alle feiern das Zusammensein, die Erfahrungen und Erlebnisse, niemand ist hier unter- oder \u00fcberlegen, egal wie viel oder wenig Expertise oder Skill vorhanden ist. Egal ob man lehrt oder lernt. Ich w\u00e4hle den Begriff nur sehr ungern, weil ich ihn grunds\u00e4tzlich mit sehr viel bedacht nutze, aber f\u00fcr die paar Tage sind das alle irgendwie Freunde gewesen. So f\u00fchlte es sich zumindest f\u00fcr mich an. Nicht die Sorte Freunde, zu denen man immer wieder mal mehr oder weniger Kontakt hat, eher so ein zeitlich begrenztes und irgendwie anderes Konzept. Aber doch vom Gef\u00fchl her \u00e4hnlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sollte jemand von euch diese Zeilen (noch) lesen, Denise, Chris, Wendy, Laura, Nicole, Barbara, vorallem euer Umgang miteinander und mit uns hat mir sehr imponiert (von euren Yoga Stunden und der ganzen Organisation mal ganz abgesehen, die waren nat\u00fcrlich auch wahnsinnig gut)! Aber auch Beate, Eva, Daniel, Iva, Jamie, Joana, Julia, Liz, Luka, Mia, Melli, Neil, Sarah, Sascha, Sonja, Sophie, Tara und Verena, es war mir ein Fest, eine Ehre, ein Vergn\u00fcgen, eine Freude und eine gro\u00dfe Erleichterung, euch kennen lernen zu d\u00fcrfen! <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inzwischen bin ich wieder gut gelandet. Habe gestern erst noch einen Zwischenstopp in N\u00fcrnberg gemacht, um Vasco seine dort lebenden Verwandten zu zeigen, und bin dann noch f\u00fcr eine Nacht in der N\u00e4he von Hof bei meiner Tante geblieben. Heute fr\u00fch ging es dann bis ganz nach Hause, wo ich gegen Mittag ankam. 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