Valetta: Kathedrale, Katzen und Kanonen

Eigentlich müsste der letzte Begriff der Überschrift als erstes genannt werden, denn von Kanonen wurden wir heute morgen um acht etwas unsanft geweckt. Karo sagt, es sei nur die Müllabfuhr gewesen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass da morgens jemand von Haus zu Haus zieht und Kanonen abfeuert. Unfassbarer Lärm in jedem Fall!

Eine Stunde später saßen wir zum Frühstück zusammen mit Familie Alvarez aus Netflix und richteten uns auf den Tag ein. Was gar nicht so leicht war, denn wie in Berlin auch einfach mal eben eine Route von a nach b rauszusuchen, ist in Malta eine Herausforderung. Die Website des öffentlichen Transports findet einfach grundsätzlich keine Verbindungen. Man kann zwar bestimmte Abfahrtzeiten recherchieren, doch geht daraus nicht hervor, für welche Haltestellen sie gelten. Es wird lediglich das Dorf oder die Region genannt. Über Google maps bekommt man immerhin die Auskunft, welche Buslinien wo halten. Also stellten wir uns einfach an die nächstgelegene Haltestelle, in der Hoffnung, irgendwann einen Bus nach Valletta nehmen zu können. Es kam auch recht schnell einer. Kam näher und näher und näher und zack war er an und vorbei gefahren. 15 Minuten später nochmal einer, der hielt Stuttgart kurz, und fuhr dann doch weiter, ohne die Türen zu öffnen. Aber dann endlich, nach 30 Minuten, ein Bus, der hielt, uns einsteigen ließ… und uns wieder rausschmiss, weil zu voll. Wäre es nicht so heiß, würde man die 4 Kilometer vielleicht einfach zu Fuß gehen. Aber so. Nach knapp 45 Minuten Wartezeit saßen wir dann aber doch endlich im klimatisierten Bus und fuhren nach Valletta. Am Stadteingang dann endlich der mehr oder weniger berühmte Tritonenbrunnen:

So verbrachten wir den Tag dann also in Maltas Hauptstadt, die – ein bisschen unnützes Wissen am Rande – in diesem Jahr Europas Kulturhauptstadt ist. Im Zuge dessen ist hier so einiges restauriert und chic gemacht worden. Im Grunde ein ganz ansehnliches Städtchen. Alles schön hell und verhältnismäßig sauber. Scheint allerdings momentan aus 100% Touristen zu bestehen. 80% davon befinden sich übrigens in der St. John’s Co-Kathedrale. Wenn man sich mal alle katholischen Klischees der Welt auf einmal vorstellt, dann hat man in etwa diese Kathedrale vor Augen. Aber ganz wunderbar klimatisiert.

Als wir dann beschlossen hatten, wieder mehr als nur Sardinen in einer güldenen Dose zu sein, begaben wir uns wieder in Maltas Hitze und schlenderten gemütlich durch die Straßen der Stadt. So richtig Sensationelles gibt es da gar nicht zu berichten, aber hier ein Platz Eindrücke:

Um der ganz großen Mittagshitze zu entfliehen, verbrachten wir ein bisschen Zeit im Grand master’s palace, also dem Großmeisterpalast. Wie auch in der Kathedrale versteht es hier der Audioguide, seine Besucher so richtig schön in den Schlaf zu lullen. Da träumt man ganz angenehm vor sich hin. Ganz liebevoll war die Armoury gestaltet, also das Waffenarsenal (heißt das so??). Die lustigen Kriegermönche (aka der Johanniter Orden) ist hier mit ganz individuell gestalteten Puppen rekonstruiert.

Nachmittags spazierten wir weiter durch die Gassen Valettas. So wahnsinnig groß ist die Stadt nun wirklich nicht und ich würde behaupten, wir haben alles Sehenswerte zu sehen bekommen. Als wir uns zu einem kalten Getränk in ein Café setzten, traute ich meinen Augen nicht. Die Malteser essen Katzen zum Kaffeetrinken. Irres Volk!!!

Die Rückreise mit dem Bus schien ähnlich frustrierend zu werden wie der Hinweg, da uns der Busfahrer nicht bezahlen lassen wollte. Wie kommen wir nur auf die Idee, die 2×2-Euro-Tickets mit einem 5-Euro-Schein zu bezahlen? Unverschämt!! Na gut, es ließen sich dann aber noch genug Münzen zusammenkratzen, um die Fahrt finanzieren zu können. Langsam weiß ich Berlin zu schätzen, so sehr ich die Stadt auch verabscheue…

Ein letzter Ausflug zum Supermarkt führte mich übrigens an rund 15 Katzen vorbei. Wo waren die denn gestern, als ich die selbe Strecke lief? Das Dorf hier wimmelt geradezu von diesen niedlichen Vierbeinern. Na, dann müssen die Malteser wenigstens nicht hungern…



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