Nun ist es so, dass man, plant man einen Urlaub in Schottland, sich vor vorn herein auf schlechtes Wetter einstellt. Dank guter Regenjacken ist das auch gar kein Problem, da selbst mein Rucksack einen Regenschutz besitzt. Von daher waren wir auf den heutigen Tag super vorbereitet.
Doch trotzdem sind einige unserer Vorhaben ins Wasser gefallen. Das was Antoni Gaudi für Barcelona ist, ist Charles Rennie Mackintosh für Glasgow. Der Architekt lebte Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts. Überall über die Stadt verteilt kann man Gebäude besichtigen, die er entworfen hat und/oder Ausstellungen über ihn beherbergen. 2017 jedoch werden gefühlte 90% restauriert oder renoviert und stehen aktuell nicht zur Verfügung. Das war ein klassischer Anblick des Tages (hier The Glasgow School of Art):
Den Leuchtturm von Mackintosh bekamen wir zum Glück trotzdem zu sehen. Von oben erhält man einen netten Blick über Glasgow.
Traumhaft schön ist die Stadt nun wirklich nicht, aber nichtsdestotrotz sympathisch. Vor allem die überaus freundlichen und entgegenkommenden Schotten lassen die mangelnde Attraktivität ihrer größten Stadt schnell vergessen. Und das mit dem vielen Dudelsackgespiele ist nicht nur ein Klischee, die Musik verfolgt einen hier zumindest in den Straßen der Innenstadt überall. Stört aber auch nicht weiter.
Eigentlich wollten wir uns heute über das Whiskey Brauen schlau machen, doch die von uns angepeilte Destillerie war einfach nicht da, wo sie hätte sein sollen. Dimensionsloch? Stattdessen wurde der Regen immer mehr. Obwohl wir eigentlich ein Tagesticket für den Bus kaufen wollten, marschierten wir die ganze Strecke bis zur Mackintosh Church zu Fuß. Die Entfernungen hier sind alle nie so dramatisch groß, dass sich eine Fahrt lohnen würde. Die Kirche hatte zum Glück geöffnet, der deutsche Guide ist zwar aktuell im Urlaub, aber die nette, alte Schottin, die uns ein paar Hintergrundinformationen zum Gebäude gab, gab sich allergrößte Mühe, deutlich zu sprechen. Und der Anblick der Kirche war den Fußmarsch im Regen durchaus auch wert. Seit den 1970ern wird sie nicht mehr für Gottesdienste genutzt, die Gemeinde tat sich damals mit der benachbarten Gemeinde zusammen, da sie die Kirche nicht mehr unterhalten konnten. Stattdessen wird sie nur noch für Konzerte genutzt.
Die größte Enttäuschung des Tages kam allerdings in Form einer SMS: Der älteste noch betriebene Raddampfer, mit dem wir morgen fahren wollten, ist kaputt und muss repariert werden, weshalb die Fahrt ausfällt. Wirklich sehr, sehr schade. Da hilft nur viel Zucker zum Trösten. Den nahm ich in Form einer kleinen Tart in der Kelvingrove Gallery of Art zu mir, wo wir einige Zeit verbrachten (allein um den Sturzregen draußen zu meiden).
Von dort aus spazieren wir zum Clyde und liefen an den Ufer wieder zurück zu unserer Unterkunft. Auf dem Weg holten wir noch Zutaten für’s Abendbrot, das wir nach einer kurzen Verschnaufpause kochten: Nudeln mit Tomaten und Würstchen. Und wie es zu einem solchen Tag gehört, jetzt liege ich im Bett und mir ist schlecht. Blödes Chlorwasser…
Ach ja, und Tickets für das Celtic Glasgow Spiel morgen haben wir auch nicht bekommen… Aber das war gestern schon klar.











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