Abenteuer

Wie sich herausstellt, kann das Fahren mit der Bahn zum ziemlichen Abenteuer werden. Gestern schon der wilde Einstieg in den Zug ohne Gleis und Tritthilfe, dann saß eine Familie auf unseren Plätzen, die wir nicht verscheuchen wollten – aber gut, das kann in Deutschland genau so passieren. Heute dann aber saßen wir bereits zwei Stunden auf unseren Plätzen, in einem Wagen, der Klasse 1 hieß, aber der ollste und mit Abstand der kälteste des Zuges war, der Rest war Klasse 2. In Bukarest dann aber komplettes Chaos: Eine Frau sprach wirklich sehr sehr freundlich drauf an, ich säße auf ihrem Platz, wir erklärten, dass wir vom Schaffner drauf hingewiesen wurden, es sei der richtige Wagen und damit auch der richtige Platz. Plötzlich waren alle Plätze um uns herum doppelt belegt. Was zur Hölle? Dann wieder auf den Schaffner gewartet, der uns erklärte, wir sollten ans Ende des Zuges (vorher waren wir am Anfang). Die Dame war wirklich super lieb und entschuldigte sich, auch wenn sie hier natürlich keine Schuld traf. Und meinte, das würde hier ständig passieren. „Willkommen in Rumänien!“, sagte sie mit einem mitleidigen Blick. Was war passiert? Es wurde ein neuer Wagen an den Zug gehängt, der nun unserer war. Also einmal durch vier Wagons hindurch… Und auch da waren zumindest ein Teil unserer Plätze belegt, die ebenfalls Reservierung dafür hatten. Wir verteilten und dann also auf die freien Plätze und die Fahrt konnte weitergehen. So eine Fahrt durch die Karpaten ist schon was sehr Feines. Hier mal zwei Minuten Entschleunigung:

In Constanța angekommen, schlossen wir unser Gepäck ein, denn Checkin für die Ferienwohnung war erst zwischen 15 und 18 Uhr erlaubt. Also liefen wir zum Hafen, aßen im Restaurant und spazierten mit einem kurzen Abstecher zum Strand wieder zum Bahnhof. Bis 15 Uhr hatten wir immer noch keine Informationen zum Checkin selbst erhalten. Wir fuhren aber trotzdem mit dem Bus hin… um dann da vor verschlossener Tür zu stehen. Auf Katrins Nachrichten an den Vermieter folgten keine Antworten. Auch auf die Anrufe nicht. Matthias griff ebenfalls zum Telefon und erreichte beim dritten Versuch endlich den Vermieter. Wir sollten ihm per WhatsApp eine Kopie vom Ausweis schicken. Lehnte Matthias ab, nicht wegen des Ausweises, sondern wegen WhatsApp. Okay, der Vermieter würde Infos per Booking schicken. Als auch nach zehn Minuten nichts ankam, erneuter Anruf. Okay, dann schickt der Vermieter den Code für die Schlüsselbox eben per SMS. Und was soll ich sagen? Die Box war leer. Also noch mal angerufen. Der Vermieter schickt jemanden. Einige Zeit später reichte der Vater des Vermieters diverse Schlüssel durchs Tor. Endlich die Schlüssel in der Hand, kamen wir auf den Hof und… die Haustür ließ sich nicht damit öffnen. Weil ein Schlüssel von innen steckte. Aber sie war einfach nicht verschlossen, daher konnten wir das Haus nun endlich betreten. Anschließen können wir aber nicht, weil anscheinend eine weitere Partei da ist, die denselben Eingang nutzt. Auch die Terrassentür lässt sich nicht abschließen, der Schlüssel klemmt. Immerhin sind die Schlafzimmer einzeln abzuschließen, so dass wir nun einfach damit leben, wie es ist. Ohne richtiges Bettzeug (was aufgrund der Wärme aber vermutlich auch nicht nötig ist) und ohne Geschirrhandtücher… Und ach ach ach. Aber für die paar Tage wird es schon gehen.



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