Ich darf mit Stolz verkünden, dass ich einen Besuch der Medina in Marrakesch überlebt habe. Junge Junge, das war für Menschen wie mich schon eine echte Herausforderung. Bitte versteht mich nicht falsch, ich wusste ja, worauf ich mich einlasse und bereue auch nicht, es getan zu haben. Aber was da am Menschen, Geräuschen, Gerüchen, Lichtern etc zusammenkommt, ist echt nicht ohne. Marrakeschs Medina ist echt noch mal eine ganz andere Erfahrung als die bisher bei dieser Reise besuchten Altstädte. Zum einen wegen der Größe, zum anderen aber auch, weil dort die Menschen nicht nur zu Fuß sondern auch zu Rad und Moped unterwegs sind. Und das in teilweise wahnsinnig engen Gassen. Mein absolutes Lowlight (also das Gegenteil von Highlight) meiner bisherigen Reiseerfahrungen in 40 Jahren waren die Affen. Ja, hier gibt es Affen. Angekettet oder in engen Kisten eingesperrt. Für eine kleine Spende bekommt man einen auf den Arm oder die Schultern und darf ein Foto machen. Wie furchtbar können Menschen eigentlich sein? Das macht mich fassungslos und wütend und traurig. In meinem Kopf bin ich 100 Szenarien durchgegangen, die armen Tiere zu befreien. Aber zum einen sind mir da die Hände gebunden und zum anderen sind es da leider keine Einzelfälle. Ich war vorgewarnt, dass es sowas gibt, aber es live mit anzusehen war eine ganz andere Hausnummer. Dagegen sind die unfassbar aufdringlichen Händler eine Kleinigkeit. Aber auch nicht angenehm. Man kommt teilweise keine zwei meist weiter, ohne dass ein Händler einen etwas aufschwatzen will. Mit Nachdruck und Sichindenwegstellen. Allerdings gab es auch eine nette Begegnung. Ein Mann namens Ibrahim verwickelte mich in ein sehr freundliches Gespräch. Kein Händler, nur Urlauber aus Merzouga, wo wir neulich in der Wüste übernachtet hatten. Letztendlich gab er mir seine Email-Adresse. Er würde mir gern seine Heimat zeigen und mal hallo sagen, wenn er Berlin besucht. Ich muss gestehen, dass ich damit nicht so richtig umzugehen weiß. Ich habe schon früh gelernt, dass Männer, die sowas tun, Hintergedanken haben. Aber hier wirkt es zum zweiten Mal einfach nur herzlich. Die Leute hier sind teilweise so aufgeschlossen und willkommenheißend, das ist irgendwie auch mal Balsam für die Seele. Keine Sorge, ich habe keine Kontaktdaten rausgegeben, weder in Agadir noch heute in Marrakesch. Aber für mich introvertierten Menschen auch mal eine sehr schöne Erfahrung.










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