Leichtes Gepäck

Inzwischen sitze ich im Flieger nach Marrakesch, noch für etwa 2,5 Stunden. In mir drin ist es wie in meinem Gepäck: irgendwie leer. Als ich gestern den Wanderrucksack und den Ikea Rucksack Trolley für die Abfahrt in den Flur stellte, fiel mir auf, dass ich vielleicht zum ersten Mal im Leben keine Probleme beim Packen hatte. Ich hätte sogar in jede der Taschen noch ein paar Dinge packen können. Sonderbar. Nun gut, ich habe tatsächlich einen Teil der Klamotten durch Merinokleidung ausgetauscht, da man die wohl recht lang tragen kann, ohne dass sie stinkt. Aber ob es nur das ist? Ich habe auch nicht so viel Entertainment Kram dabei, ein Belletristikbuch, ein Sachbuch, ein Tablet. Aber sonst ist alles wie immer, glaube ich.

Aber genau so fühlt es sich auch in mir drin kann. Irgendwie leichter und leerer. Es fehlt was, aber ich weiß nicht, was. Nichts Materielles, das meine ich nicht. Da ist nur einfach so eine Ruhe. Oder ist es Gleichgültigkeit? Keine Nervosität oder Angst, nur leichte Anspannung. Kaum Vorfreude, nur etwas Neugier. Ich weiß nicht, was mich hier erwartet und ich habe entsprechend auch keine Erwartungen. Vielleicht gehe ich diesen Urlaub zum ersten Mal mit einer Sorte Vertrauen an, das mir sonst eher fremd ist. Vielleicht ist aber auch dieses Jahr etwas in mir so sehr zerbrochen, dass alles nur noch betäubt ist.

Jedenfalls gibt es bei Air France Snacks und ein kleines Getränk. Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet, mich hier auf Französisch verständigen zu müssen, aber ich habe mir erfolgreich einen O-Saft und ein Sandwich mit Käse bestellt. Und bekommen. Kekse gibt es auch, aber die schmecken wie die in der Keksmischung, die am Ende übrig blieben, weil keine:r sie haben will. Und eigentlich bräuchte man ein zweites Getränk, um sie runterzuspülen. Aber zum Glück habe ich ja genügend Wasser bei mir. Das mit dem Trinken wird eh spannend die nächsten 9 Tage. Das Leitungswasser hat in Marokko eine so miserable Qualität, dass man es nicht einmal zum Zähneputzen nutzen kann, auch in den Hotels und Riads.

Und da wir schon einmal beim Thema sind: Wir werden hauptsächlich in Hotels schlafen, aber auch eine Nacht in einem Zelt in der Wüste, eine Nacht in einem Riad (also einen Stadthaus mit Innengarten) und ich denke, eine Nacht in einer Kasbah (eine befestigte Burg- oder Wohnanlage). Was genau sich dahinter verbirgt und wie das aussieht, werde ich euch im Laufe der Reise noch erklären. Am besten mit Fotos.



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