Nachdem letzten Sonntag bei uns in Berlin noch 30°C waren und am Montag schlagartig der Herbst begann und die Temperaturen halbierte (ja, ich weiß, man kann Temperaturen nicht halbieren, aber die Zahlen haben sich halbiert), durfte ich mir nun Ende der Woche auch noch den Winter anschauen.
Die Fahrt von Berlin in den Süden verlief zunächst reibungslos. Kurze Pausen an Raststätten, aber der Verkehr flutschte so vor sich hin. Doch genau wie bei der Fahrt vor zwei Jahren fing es ab Feucht an zu regnen. Zunächst leicht, so ab München aber ganz im Sinne des Weltuntergangs. Was ab München ebenfalls dazu kam: Verkehr, und zwar nicht zu knapp. Die Autobahn rund um München ist bekanntermaßen immer sehr voll und vermutlich kann ich mich mit +20 Minuten noch glücklich schätzen. Hinter München bot mir mein Navi dann eine etwas schnellere Strecke an, die sogar ohne Maut zu befahren war (ich wüsste gern, ob ich die vor zwei Jahren auch gefahren bin – kann mich nicht an die Strecke erinnern, aber auch nicht an die Maut. So fuhr ich entlang des Tegernsees, was definitiv potenziell sehr schön war. Tatsächlich aber sah ich nichts. Also so gut wie nicht, weil sich zum Regen nun auch noch Schnee gesellt hatte. Der Blick auf das Thermometer verriet mir dann, dass wir Temperaturen um den Gefrierpunkt hatten. Da war ich dann doch überrascht und auch ein kleines bisschen nervös, denn darauf waren weder ich noch das Auto vorbereitet. Schneeketten wurden empfohlen, las ich auf Schildern. Upsi. Und dann auch noch ein Traktor mit Anhänger vor mir auf der Straße. Und die Schlange der Autos hinter mir wurde immer länger. Die Straßen kurvig, schlechte Sicht auf möglichen Gegenverkehr. Aber irgendwann war mein Moment gekommen und ich fuhr bei – nicht ganz – voller Geschwindigkeit weiter. Bis zum nächsten Traktor. Aber gut, so übt man sich. Etwa eine halbe Stunde vor Mayrhofen nutzte ich die Gelegenheit, noch schnell zu tanken, auch wenn „schnell“ hier übertrieben ist, da mehrere Autos vor mir warteten und es dann auch noch eine Weile dauerte, bis ich den Tankautomaten verstanden hatte. Letztendlich klappte es aber auch ohne Hilfe gut und ich konnte die letzte Etappe bis Mayrhofen weiterhin in strömendem Regen, aber mit wenig Verkehr zurücklegen. Im Haus Josef erwartete mich ein ganz zauberhaftes Zimmer mit Bad, Balkon und bequemem Bett. Was braucht man mehr nach so einem Tag?




Schreibe einen Kommentar