Heute machten wir dann endlich auch Gebrauch von dem Auto, das wir gemietet haben. Gegen 10 brachen wir an unserer Unterkunft auf, ich kaufte noch Bluetooth Lautsprecher bei Lidl, weil der alte Fiat Panda nur ein antikes Autoradio hat. Dann bin ich ein bisschen ausgerastet, weil das Ding sich nicht mit meinem Handy verbinden wollte. Doch Dan schaffte es mit wenigen Handgriffen. Chauvinistische Lautsprecher, so ein Scheiß! Aber dann war der Akku zu leer, um auch was wiederzugeben. Genervt habe ich es dann einfach nur an den Strom angeschlossen und das Radio angemacht. Immerhin lief in dem Moment Foo Fighters. Doch es ging dann mit Nickelback und co weiter, weshalb ich dann nach einer Stunde dann doch auf die Lautsprecher bestand. Ab da konnten wir dann wenigstens Hörbuch hören.

Leider war ich bei der Losfahrt zu gereizt, um noch mal das Navi zu checken und so fuhren wir dann leider über die Autobahn und nicht Landstraße, wie ich mir das eigentlich gedacht hatte. Was ich nicht wusste: Mautstraßen funktionieren in Italien noch an diesem veralteten Prinzip. Man fährt durch die Mautstelle, bekommt ein Ticket und muss dieses dann beim Runterfahren bezahlen. Ich bin bisher nur in Ländern Auto gefahren, in denen man entweder im Vorfeld die Maut bezahlt (sich wie in Österreich eine entsprechende Vignette kauft) oder hinterher die Rechnung bekommt, anhand des Kennzeichens wird diese entsprechend erstellt und dann ggf an den Autoinhaber bzw. die Autovermietung geschickt. Jetzt weiß ich, dass ich bei der Mautstelle ein Ticket hätte nehmen sollen. Oder zumindest vermute ich es. Denn beim Runterfahren wurde ich genau danach gefragt. Die Frau war entsprechend genervt und fragte vermutlich, wo wir auf die Autobahn aufgefahren sind. Da sie aber kein Englisch konnte, verstand ich sie nicht. Naja, wir haben dann im Endeffekt einen Betrag bezahlt, der vermutlich nicht der richtige war. Aber egal. Doch ist mir auch echt nicht klar, an welcher Stelle ich dieses Ticket hätte ziehen sollen, denn die Schranke an der Mautstelle öffnete sich einfach, als ich auf sie zu fuhr. Ich muss das dann auf dem Weg nach Rom noch mal überprüfen, wie es da aussieht.
Von der Autobahn abgefahren änderte sich die Umgebung bald deutlich, denn wir fuhren durch den Nationalpark Foreste Casentinesi. Zumindest ich hatte meine Freude. Dan, der nicht so gerne Auto fährt, hatte vermutlich bei den vielen Serpentinen nicht so seine Freude. Auch haben wir noch deutliche Spuren von den Unwettern der letzten Tage mitbekommen. Einige Straßenteile waren noch verschüttet bzw. gerade so frei geräumt, dass man vorbeifahren kann. Mein Ziel war aber erst mal gar nicht unsere neue Unterkunft, sondern ein bisschen Natur im Nationalpark. Der Wanderweg dorthin war durch einen Erdrutsch leider versperrt. Naja, hat mich nicht abgehalten, dran vorbei zu klettern. Daniel war es zu gefährlich, weshalb ich allein eine Miniwanderung machte. Aber es lohnte sich. Ich bin streckenweise barfuß gelaufen, weil der Boden so modder war. Doch dafür danach durch das eiskalte Wasser der Flusses gelaufen, was einfach nur wunderwunderwunderschön und wohltuend war.







Von da aus waren es dann noch mal rund 75 Minuten Fahrtzeit, bis zur Unterkunft, aber ich musste einfach immer wieder anhalten und die Aussicht genießen.



Und nun sind wir auch schon in unserer Unterkunft in Pratovecchio. Eine süße kleine Maisonette Wohnung unter dem Dach, deren Vermieterin eine italienische Version meiner Tante Dagmar ist. Sogar Teile der Einrichtung lassen mich an sie denken. Im Gegensatz zur Wohnung in Spinea ist diese hier eine, bei der man merkt, dass hier auch Menschen wohnen.




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