Da gestern Abend die Ansage kam, wir machen ein „offenes Frühstück“, aber nicht zu spät, damit wir die Sonne ausnutzen können, bin ich kurz nach 8 aus dem Bett gepurzelt. Also ganz ohne Wecker, meine innere Uhr weckt mich inzwischen recht zuverlässig halb 8. Im Haus war aber alles still. Also machte ich mir Müsli und eine Tasse Chai, den mir Lise zu Weihnachten geschenkt hatte, setzte mich an den Esstisch, machte Radioeins an und starrte eine Weile nach draußen. Es dauerte bestimmt noch bis zum 9, bis die Sonne vollständig aufgegangen war, vorher war es so merkwürdig düster draußen. Gehen 9 war es auch, als Katrin sich zu mir gesellte. Etwas später dann auch Matthias, bis halb 11 waren dann auch die Kinder auf den Beinen. Und dabei schien so schön die Sonne.



Nachdem nun also alle gegessen, getrunken und Zähne geputzt hatten, fuhren wir mit der Straßenbahn zu Lises Unterkunft, einer kleinen Zwei-Raum-Wohnung, die sie sich mit einer anderen Voluntärin teilt. Hat sie sich da ganz chic eingerichtet. Besonders fasziniert war ich allerdings vom Treppenhaus.

Danach liefen wir in die Altstadt. Die eine Einkaufsstraße hoch und runter. In mehrere kleine Läden mit Mumin Merchandise rein. Ich kann mich an meinen Göteborg Besuch vor rund 25 Jahren quasi gar nicht mehr erinnern. Damals war ich irgendwie nur davon genervt, durch eine weitere Stadt laufen zu müssen, was ich eh immer doof fand. Und dann ohne was kaufen zu können. Heute sehe ich das mit ganz anderen Augen. Was für eine schöne Altstadt! Irgendwie klein, aber nicht beklemmend, abwechslungsreich, ohne mit zu vielen Impulsen zu überfordern, freundlich, ohne aufdringlich zu sein. Und die ganze Zeit würden wir begleitet von einer wohltuenden Sonne, aber auch von einem eiskalten Wind.







Fürs Mittagessen hatten wir ein Restaurant und Auge gefasst, dass leider keinen Tisch mehr frei hatte. Und so mussten wir mit leeren Mägen nach etwas Passendem suchen. Ein Thai Restaurant nahm bereits unsere Bestellungen auf, als wir feststellten, dass sie nur Barzahlungen nehmen würden. Das andere Restaurant auf der anderen Straßenseite sah oll aus. Und die Mägen knurrten lauter. Letztlich war es ein Sushi Laden, der für unser leibliches Wohl sorgte.

Danach liefen wir im Zickzack durch die Stadt. Science Fiction Buchladen hier, Outdoor Laden da, dann noch ein Kaffee im Café. Mit der Zeit wurde es dann aber nicht nur dunkler, sondern auch nasser. Zum Glück sind wir alle mit regenfesten Klamotten unterwegs. Aber irgendwann war dann genug, die Füße kaputt, die Hände kalt, die Energie aufgebraucht. So schön die Stadt auch ist, sobald es dunkel wird und man am fünf schönen Lichterketten vorbei gelaufen ist, kann man dann auch gut und gern wieder zurück zur Unterkunft.


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