Down by the water

Der heutige Tag war quasi der Grund dafür, warum ich diesen Urlaub schon seit Jahren machen will. Endlich war es soweit und wir haben das Soča-Tal besucht. Was ich irgendwie nicht erwartet hatte, war, wie weit es tatsächlich von unserer Unterkunft entfernt ist. Und dass wir, um auf dem schnellsten Weg dahin zu kommen, durch Italien würden fahren müssen (erzählt das bitte nicht dem Auto Verleiher). Abgesehen davon war es genau so bzw noch besser als erwartet.

Aber fangen wir einfach mal von vorn an. Da unsere Tour um 9 Uhr begann, wir 15 Minuten vorher da sein mussten, 95 Minuten fahren mussten und immer eine viertel Stunde mehr für den Fall der Fälle einplanen, blieb uns nichts anderes übrig, als schon 6:45 und die Fahrt anzutreten. Und das im Urlaub! Die Fahrt aber war toll! Es macht einfach super viel Spaß, durch die Serpentinen zu fegen, die Landschaft zu genießen und dazu einen guten Podcast zu hören. Da verging die Zeit auch wie im Flug und alles lief glatt. So waren wir – wie im Übrigen auch die einzigen anderen deutschen Teilnehmer:innen – sogar eine halbe Stunde früher da. Wir erhielten unser Equipment (Neoprenanzug, Neoprenschuhe, Helm und Schwimmweste) und unsere Einweisung und dann fuhren wir, in drei Gruppen aufgeteilt, zum Start der Tour. Bei Srpenica, falls das jemand nachschlagen mag. In unserer Gruppe waren noch drei ungarische Herren und, wie es der Zufall so wollte, war auch der Guide offenbar Ungare. Er brachte uns zunächst die wichtigsten Kommandos bei: forwards, backwards, stop. Und mit diesem Grundwissen ging es auch schon los.

Ach war das ein Vergnügen! Man muss dazu daran, dass a) die Tour familienfreundlich gestaltet und b) der Wasserstand recht niedrig ist. Das heißt, die Tour war nicht so wahnsinnig anspruchsvoll. Aber doch sehr ansprechend. Meine Güte, war das ein Anblick. Dieses Tal ist einfach atemberaubend schön! Das Wasser so wunderbar klar und türkis, drum herum die Berge, tolle Natur, alles grün und saftig. Im folgenden Video seht ihr im Grunde alles, was dort auf uns wartete. Wasser, Paddeln, Natur, Floß, Sonne, gute Laune, Wasserschnellen, rückwärts fahren, ich, wie ich vom Rand rutsche.

Eine besondere Aktivität hatte die Tour zu bieten, mit der ich gar nicht gerechnet hatte. An einer Stelle wurden die Floße hochkant an einen Felsen gelehnt und wir konnten es als Rutsche verwenden, um ins kalte Wasser zu schlittern. Oh ja, und wie kalt es war, wusste ich erst, als ich unten ankam. Sehr kalt! 18 Grad, um genau zu sein. Stellt euch vor, ihr paddelt, seid warm geschwitzt, es sind 37 Grad Lufttemperatur und zack landet ihr im Wasser, dass nur halb so warm ist. Puh, das war ein Schreck! Beim zweiten und dritten Mal war ich dann vorbereitet – aber das kalte Wasser hat trotzdem immer wieder meinen Kreislauf komplett in Schwung gebracht.

Insgesamt waren wir knapp zwei Stunden mit dem Floß unterwegs, etwa sechs Kilometer haben wir dabei zurückgelegt. Wenn ihr mich fragt, ich würde es immer wieder machen!

Den Rückweg haben wir dann in die andere Richtung angetreten. Also nicht nördlich des Triglav Nationalparks wie auf dem hinweg, sondern südlich. Nördlich ist schneller mit Mautstraße, südlich ist länger ohne Maut. Hier seht ihr mal die Route, die wir heute zurückgelegt haben:

Einen Zwischenhalt machten wir in Most na Soči, wo wir Pizza aßen, uns etwas ausruhten und noch mal einen Blick ins bezaubernde Tal warfen.

Mit vollen Bäuchen fuhren wir weiter. Bergauf, bergab. Und dann der Schock: Das Auto meldet, dass der Tank fast alle ist. Nur noch 40km. Ihr müsst wissen, dass ich immer, wenn ich ins Auto steige, vorher prüfe, ob die Kilometerzahl der Strecke deutlich kleiner ist als die, die der Tank noch schafft. Ist das nicht der Fall, plane ich den Trip zur Tankstelle. Wie fuhren los, Tank sagt 200km, Google Maps sagt 108km. Easy! War dann leider nicht so easy. Den da stehen wir nun. Die nächste Tankstelle in 38km. Fuck! Das schaffen wir nie!! Hm okay, wir sind vor 10 Minuten an einer Tankstelle vorbeigekommen. 5km entfernt. Und wie heißt es immer im Flugzeug? The nearest exit might be behind you. Also wieder zurück. Wieder bergab. Genau genommen ging es ausschließlich bergab. Und umso weiter wir fuhren, desto größer die Zahl auf der Tank Anzeige. 50km, 60km, am Ende hätten wir noch 95km geschafft. Meine Theorie: Rückwärts fahren lädt das Auto wieder auf. Das Tanken war wesentlich preiswerter als gedacht (1,6€/l) und verlief ohne Probleme. Sind ja auch alle supernett, wie sowieso alle Slowenen. Einen letzten Stopp machten wir 15km, bevor wir wieder zu Hause waren, an einem Soldatengedenkendings, weil die Aussicht einfach so schön war.

Und zum Abendbrot nun hatten wir wieder Besuch.



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