Laibach

So richtig viel habe ich heute gar nicht zu erzählen. Aber fangen wir einfach mal an, vielleicht kommt ja was bei rum. Die Nacht war für mich dieses Mal nicht so toll, weil ich gestern am See einen so fiesen Sonnenbrand bekommen habe, dass es ständig geschmerzt hat, wenn ich mich im Schlaf gedreht habe. Daher bin ich heute auch kurz nach 8 aus dem Haus, um mir bei dm After Sun Gel zu kaufen. Bei der Gelegenheit dann auch noch Tee für Karo und Kaffee für mich.

Nach einem kurzen Frühstück auf der Terrasse fuhren wir dann erstmals zu zweit los. Das heutige Ziel war noch einmal Ljubljana – oder Laibach, wie der deutsche Name lautet. Irgendwie habe ich recht schnell das Alleinfahren vermisst. Man kann einfach total spontan eine andere Route fahren, wenn man grad mal Lust auf eine „Abkürzung“ hat, wie es mein Patenkind immer nennt. Also einen alternativen Weg, der in der Regel viel länger ist als der offensichtliche, der aber noch mal an neue Orte führt oder einen anderen Ausblick bereit hält. Außerdem kann man einfach im Radio laufen lassen, worauf man grad Lust hat, und total schief mitsingen oder laut pfeifen. Aber zu zweit ist es ja auch nett.

In Ljubljana hielten wir in einem Parkhaus unweit der Drachen Brücke (Alter, war das teuer!!), die schon eines der Highlights der Stadt ist. Der Drachen ist das Maskottchen der Stadt, hätte ich fast gesagt. Aber schon so eine Art Wappentier, an Anlehnung an Jason, der auf der Flucht nach dem Diebstahl des goldenen Vlieses die Donau und dann die Ljublanica entlang fuhr, um hier angekommen sein Boot zu zerlegen und dann im Meer wieder zusammenbauen zu können. Aber irgendwie war dann da dieses Ungeheuer, dass er dann bekämpfen musste, was dann später in den Erzählungen zum Drachen wurde. Und dieser Drachen bekam im Laufe der Zeit eine eher positive Konnotation und wurde so zum Symbol der Stadt.

Von der Brücke aus liefen wir ein paar Schritte bis zur Seilbahn, die den Berg hinauf zur Burg der Stadt führt. Die Burg ist, naja, eher unspektakulär. Man bekommt einen schönen Blick auf die Stadt, die dann aber so schön gar nicht ist. Nichts Weltbewegendes. Die zwei netten Features sind auf den ersten Blick vielleicht nicht so aufregend, denn das, was mir am besten gefallen hat, sind eine Ratte und eine Treppe. Die Ratte heißt Friderick und lebt dort seit mehreren Jahrhunderten. So sagt die Legende. Ist natürlich der heiße Scheiß im Museumsshop. Fand ich irgendwie charmant, dass ein Tier, dass oft so einen schlechten Ruf hat, hier so gefeiert wird. Und die Wendeltreppe ist so eine Doppeltreppe. So zweireihig. Eine für nach oben und eine für nach unten. Das fand ich ziemlich cool, weil man sich da nicht gegenseitig blockiert.

So richtig Bock hatte ich aber nicht drauf und auch den restlichen Teil des Stadtbesuchs konnte ich nicht so richtig genießen. Stadtspaziergänge sind ja grundsätzlich nicht so meins, aber bei der Hitze und mit dem Sonnenbrand war meine Laune heute etwas knirsch. Aber das Mittagessen war ganz okay, wir aßen Penne, ich mit Trüffeln, Karo mir Feta und Tomaten. Leider hatte ich den Geschmack noch den ganzen Tag lang im Mund, was mich etwas genervt hat. Wir liefen danach noch eine Weile durch die Stadt, einmal südlich der Ljubljanica Richtung Westen und dann nördlich des Flusses wieder zurück. Zwischendurch saßen wir noch am Ufer und tranken Wasser bzw. Radler und beobachteten eine Nutria, die eine Weile durch das Wasser schwamm. Und wir fütterten Spatzen. Bzw. ich fütterte Spatzen und Karo schimpfte darüber. In einem Café gab es noch einen Eiskaffee bzw. Latte Macchiato. Und dann liefen wir zurück zum Auto. Aber nicht ohne mich mal kurz Halt zu machen auf dem Prešerenplatz (Prešernov trg), auf dem es regnet. Ja wirklich. Es ist strahlender Sonnenschein, über 30 Grad und es regnet auf rund 20 Quadratmetern. Tatsächlich ist dort oberhalb des Platzes so eine Sprinkleranlage installiert, die den ganzen Tag Wasser auf dem Boden verteilt. Warum? Keine Ahnung. Isso.

Jetzt sitzen wir draußen auf der Terrasse, reden über Gott und die Welt und haben soeben die beiden Katzen Fred und George getauft.



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