Schon recht früh mussten wir heute unsere Betten verlassen, denn wir hatten ein hohes Ziel. Halb 9 waren wir bereits am Bahnhof Garmisch-Partenkirchen, um unsere Tickets für den heutigen Ausflug abzuholen. Dort holte uns dann eine Zahnradbahn ab, mit der wir rund 75 Minuten hoch zum Gletscher fuhren. Die Fahrt an sich war schon durchaus angenehm (wären da nicht die vielen Touristen), denn der Ausblick lohnt sich allemal.
Um zum Gletscher zu kommen, mussten wir eine ganze Weile einen Tunnel durchqueren, denn die Bahn fährt durch den Berg hindurch zur Endstation. Während wir fuhren, wurde es immer kälter und kälter und kälter. Wie gut, dass ich meine fetten Wanderschuhe, zwei Strumpfhosen, Kniestrümpfe und meine Winterjacke anhatte, sonst wäre es ganz schön frisch geworden. Statt einer Aussicht hatten wir Schnee. Klar, warum nicht den August im Schnee verbringen?
Vom Gletscher ging es mit einer Seilbahn weiter zur Spitze. Oder zumindest zur Plattform nahe der Spitze. Dort befindet sich eine Dachterrasse, mit Restaurant und, wenn man Glück hat, einen atemberaubenden Blick ins Tal. Dieses Glück hatten wir tatsächlich, zumindest für die erste viertel Stunde oder so.
Und nun die Frage aller Fragen: weiter nach oben oder umkehren? Ende der Terrasse ist Ende der Welt. Also der zivilisierten Welt. Also Ende der sicheren Welt. Wer jedoch zum Gipfelkreuz will, muss die Sicherheit verlassen und alle Angst über Board werfen. Aber nun waren wir so weit gekommen. So bald bin ich gewiss nicht wieder hier. Schaffe ich es, den höchsten Punkt Deutschlands zu erreichen? Na komm, ich muss es mir beweisen! Elendig rutschig ist der Spaß. Ich war sehr dankbar für meine 200 Euro Wanderschuhe, denn ansonsten hatte ich nichts, was mir ein Ankommen garantierte. Keine Ausrüstung, keine Expertise. Sehr langsam und mit viel Luftholen war es mir dann tatsächlich möglich, den kleinen Gipfel neben dem eigentlichen Gipfel zu erklimmen. Alles andere war mir dann doch zu wahnsinnig. Wer erlaubt denn bittesehr ahnungslosen Laien einen solchen Aufstieg?



Seht ihr mich? Unten im Bild. 
Das hier ist der kleine Gipfel neben dem hohen Gipfel, da bin ich 
Blick nach oben 
Blick nach unten 
Das ist alles, was man als Sicherung für den Anstieg zum Gipfel bekommt, ein Drahtseil. Nein Danke!
Nachdem ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte und meine Knie zu zittern aufgehört hatten, gönnten wir uns noch Leberkäse und Käsebratwurst und saßen – inzwischen schneite es – eine Weile auf der Dachterrasse. Mit der modernen Expressseilbahn fuhren wir in nur zehn Minuten wieder hinunter in die Stadt, zum Eibsee, um genau zu sein. Die Seilbahn ist nicht nur schnell, sie hat auch ein Loch im Boden. Also ein Guckloch. Mit Glas gesichert.
Als wir wieder unten waren, fühlte es sich für mich an, als hätten wir den ganzen Tag oben verbracht, doch es war gerade einmal Mittag. So hatten wir noch genügend Zeit, um eine Runde (7,5km) um den Eibsee zu drehen. Viele Menschen, aber sonst sehr sehr schön. Und ja, das Wasser ist wirklich so schön, wie es auf den Bildern aussieht.


Frillensee 


















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