So, habt ihr nun einen Ohrwurm? Gern geschehen! Aber um ehrlich zu sein, so früh war es gar nicht. Wir gingen den Tag eher recht entspannt an. Mit Müsli und Tee saßen wir noch eine Weile auf einem der Balkone unserer Unterkunft und planten unseren ersten Ausflug.
Dieser startete im Nachbardorf, am Fuße des Kramer, der Berggipfel nahe Farchant, wo wir unsere Wanderung starteten. Das Wetter wunderbar sonnig, die geplante Strecke überschaubar. Was kann schon schief gehen? Die erste Etappe führte uns zu dieser kleinen Kapelle, von der aus man sowohl die Zugspitze sehen als auch einen Blick auf Garmisch-Partenkirchen werfen kann.
Nachdem wir den Ausblick ausgiebig genossen hatten, liefen wir weiter. Allerdings brannte die Sonne immer weiter und der Anstieg wurde immer steiler. Zwar war der Weg gut befestigt, doch bei einer dauerhaften Steigung von etwa 45 Grad und Temperaturen, die gefühlt nicht so weit drunter lagen, gestaltete sich die Wanderung recht bald zur Herausforderung. Karo mit ihren langen Beinen war mir immer Meilen voraus und wartete in regelmäßigen Abständen auf mich. Ich hingegen hatte recht ordentlich zu tun, war fertig mit Nerven und Kraft und Luft und allem. Dies an einem ersten Urlaubstag war für much wahrscheinlich kein idealer Einstieg. Aber nach knapp 400 Höhenmetern hatten wir unser Ziel erreicht: die Berggaststätte St. Martin. Bin dort aus war der Blick durchaus noch einmal ein bisschen imposanter als von der Kapelle aus. Allerdings wurde mir erst im Nachhinein bewusst, dass es sich hier gerade einmal um etwa die Hälfte des Aufstiegs zum Kramer handelte. Für uns sollte es aber ausreichen und nach einer Mittagspause mit Speckpfannkuchen (Eierkuchen) und Apfelstrudel, begaben wir uns auf den wesentlich angenehmeren Weg nach unten.
Während wir gingen, hatte sich der Himmel schon deutlich zugezogen und der Wind nahm zu. Als wir in Farchant noch kurz an der Touristeninfo hielten, um eine Postkarte zu kaufen, kamen bereits die ersten Regentropfen herab. Binnen weniger Minuten hatte der Regen so stark zugenommen, dass wir, obwohl wir dann schon wieder an unserer Unterkunft waren, noch einige Zeit im Auto sitzen blieben, denn auf einmal fing es dazu noch an zu hageln. Da hatten wir wirklich riesiges Glück gehabt. Wären wir bei dem Wetter noch auf dem Berg gewesen, hätte es uns kalt erwischt. So aber konnten wir ganz gemütlich zu Hause ankommen und uns in unsere Ecken verziehen, wo jeder für sich rund zwei Stunden ruhte, bevor wir noch fix einkaufen gingen und anschließend die zweite Hälfte des Testspiels BVB vs Bologna FC anschauten. Als wir dann im Anschluss noch einen Film schauten, ging draußen die Welt unter. Wir konnten mit ansehen, wie die Gewitterwolken näher kamen und sich dann bald unter uns entluden.







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